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Amylinanalogon
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Petrelintid führt zu Gewichtsverlust

Neben den Inkretinmimetika werden Arzneistoffe, die die Wirkung des Peptidhormons Amylin nachahmen, derzeit intensiv zur Gewichtsreduktion erforscht. Jetzt gibt es Phase-II-Daten für das Amylinanalogon Petrelintid.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 30.09.2026  18:00 Uhr

Der Konkurrenzdruck auf dem Markt der Antiadiposita ist groß. Kategorien, in denen sich die verschiedenen Wirkstoffe voneinander absetzen können, sind unter anderem das Ausmaß der erzielten Gewichtsreduktion, die Qualität des Gewichtsverlusts (Muskelmasse oder Fettgewebe) und das Nebenwirkungsprofil.

Derzeit haben die Inkretinmimetika, insbesondere duale Agonisten wie Tirzepatid oder der noch nicht zugelassene Triple-Agonist Retatrutid, beim Ausmaß des Gewichtsverlusts gegenüber anderen Wirkstoffklassen eindeutig die Nase vorn. Daher überrascht es nicht, dass die Hersteller von Konkurrenten, die einer anderen Klasse angehören, eher auf Vorteile in den anderen Kategorien pochen.

Ergebnisse der Phase-II-Studie ZUPREME 1 mit dem Amylinanalogon Petrelintid von Zealand Pharma wurden nun auf der Jahrestagung der europäischen Diabetesgesellschaft EASD in Mailand präsentiert und zeitgleich im Fachjournal »The Lancet Diabetes & Endocrinology« veröffentlicht. Sie zeigen: Mit dem Wirkstoff lässt sich eine Gewichtsreduktion von bis zu 10 Prozent des Ausgangsgewichts erzielen – was weniger ist als bei den Inkretinmimetika –, die Therapie ist aber vor allem mit Blick auf gastrointestinale Nebenwirkungen deutlich verträglicher.

An der multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Studie nahmen 493 erwachsene Patienten mit einem BMI ab 30 oder einem BMI ab 27 plus Hypertonie und/oder Dyslipidämie in Polen, Rumänien und den USA teil. Sie erhielten zusätzlich zu einer Diät- und Lebensstilberatung randomisiert im Verhältnis 5:1 entweder wöchentliche subkutane Petrelintid- oder Placebo-Injektionen. Dosiert wurde Petrelintid mit 1,0 mg, 2,5 mg, 5,0 mg, 7,0 mg oder 9,0 mg.

Weniger gastrointestinale Nebenwirkungen

Nach 42 Wochen betrug der prozentuale Gewichtsverlust in den einzelnen Behandlungsarmen –8,7 Prozent (1,0 mg Petrelintid), –9,2 Prozent (2,5 mg Petrelintid), –10,7 Prozent (5,0 mg Petrelintid), –10,5 Prozent (7,0 mg Petrelintid) und –10,2 Prozent (9,0 mg Petrelintid) sowie –1,7 Prozent (Placebo). Übelkeit war mit 20 Prozent betroffenen Patienten die häufigste Nebenwirkung unter Petrelintid (Placebo 6 Prozent), Erbrechen war mit 3 Prozent (Placebo 6 Prozent) viel seltener. Durchfall und Verstopfung kamen insgesamt in den Verumgruppen und in der Placebogruppe ähnlich häufig vor.

Erstautor Professor Dr. Timothy Garvey von der University of Alabama at Birmingham in den USA, der die Ergebnisse bei der Tagung vorstellte, hob daher besonders auf die gastrointestinale Verträglichkeit des Arzneistoffkandidaten ab. Diese ist bei den Inkretinmimetika bekanntlich nicht gut; Garvey verwies auf Real-World-Daten, wonach drei von vier Patienten eine Behandlung mit einem GLP-1-Rezeptoragonisten innerhalb eines Jahres wieder abbrechen. Petrelintid könne eine »brauchbare« Alternative für Patienten sein, die inkretinbasierte Therapien nicht vertragen.

Ob ein maximaler Gewichtsverlust von circa 10 Prozent unter Petrelintid-Monotherapie ausreichen wird, damit sich der Wirkstoff gegenüber anderen Antiadiposita behaupten kann, ist allerdings offen. Novo Nordisk setzt mit seinem Kandidaten Cagri/Sema (Cagrilintid plus Semaglutid) auf eine Fixkombination beider Ansätze. Womöglich wird auch Petrelintid eine Liaison mit einem Inkretinmimetikum eingehen (müssen), um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Die Vorteile beim Nebenwirkungsspektrum dürften dann jedoch zumindest teilweise verloren gehen.

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