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Gender Data Gap
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Verhängnisvolle Wissenslücke

Geschlechtsspezifische Unterschiede beeinflussen Pharmakokinetik, Pharmakodynamik, Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln in relevantem Ausmaß. Zurzeit wird das jedoch noch nicht ausreichend berücksichtigt – auch weil entsprechende Daten fehlen.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 08.06.2026  18:00 Uhr

Auch Männer könnten profitieren

Häufig liegen die Nachteile aufseiten der Frauen, wenn geschlechtsspezifische Unterschiede in der Medizin ignoriert werden. Doch auch Männer könnten profitieren, wenn diese stärker berücksichtigt würden. So gilt etwa die Osteoporose als typische Frauenkrankheit. Männer sind in der Tat viel seltener betroffen – aber nicht nie. Auch Männer müssten sich bewusst sein, wie wichtig Ernährung und Bewegung für die Knochengesundheit sind, mahnte Keiner. Bei ihnen hätten andere Risikofaktoren als bei Frauen eine größere Relevanz mit Blick auf das Osteoporose-Risiko, vor allem Alkoholkonsum und eine ungesunde Ernährung.

Da bei den Betroffenenzahlen ein so deutlicher Frauenüberhang besteht, gereicht hier der Gender Data Gap den Männern zum Nachteil. So gibt es für die ohnehin schon weniger zugelassenen Arzneistoffe bei männlichen Patienten mit Osteoporose auch weniger Daten als bei weiblichen. Bei Frauen betrage die Number needed to treat (NNT) für die Wirkstoffklasse der Bisphosphonate 50, so Keiner. »Bei Männern wissen wir das nicht genau. Wahrscheinlich ist sie dreimal so hoch wie bei Frauen. Trotzdem behandeln wir Männer mit Osteoporose mit Bisphosphonaten.«

All diese Beispiele zeigten: »Genderpharmazie ist kein Spezialthema, sondern ein integraler Bestandteil moderner Arzneimitteltherapie und pharmazeutischer Verantwortung«, fasste Keiner zusammen. Das Geschlecht dürfe nicht zum Gesundheitsrisiko werden. Männer und Frauen müssten gleich gut versorgt werden.

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