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Blutprodukte
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Unverzichtbar, aber knapp

Blut und Blutprodukte sind lebenswichtige Arzneimittel – und zugleich nur begrenzt verfügbar, denn sie lassen sich nicht künstlich herstellen. Wie sie gewonnen werden, welchen Stellenwert sie in Offizin und Krankenhaus­apotheke haben und wann Menschen trotz Arzneimitteltherapie Blut spenden dürfen.
AutorKontaktNatascha Karl
AutorKontaktLena Kober
Datum 03.09.2026  09:00 Uhr

Meldungen von nahezu aufgebrauchten Blutreserven sind ein wiederkehrendes Problem, das sich unmittelbar auf die Versorgung von Patienten auswirkt. Bis heute ist es nicht möglich, Blutbestandteile künstlich herzustellen, weshalb jede Spende wichtig und eine sorgfältige Spenderauswahl umso entscheidender ist.

Blutprodukte gelten als Arzneimittel und haben in der Offizin eine besondere Bedeutung. Ebenso relevant ist die Blutspende unter Arzneimitteltherapie – und wie eine Langzeittherapie nicht zum Blutspendeausschluss führt.

Aufbau und Bestandteile des Blutes

Der menschliche Körper besitzt circa viereinhalb bis fünfeinhalb Liter Blut. Es besteht zu etwa 55 Prozent aus Blutplasma und zu 45 Prozent aus festen zellulären Bestandteilen. Blutplasma besteht zu 90 Prozent aus Wasser, außerdem aus Proteinen, Nährstoffen, Hormonen und Salzen. Die zellulären Bestandteile lassen sich in Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten unterteilen (1, 2).

Blutzellen bilden sich im Knochenmark kontinuierlich aus hämatopoetischen Stammzellen. Lymphozyten werden außer im Knochenmark auch im lymphatischen Gewebe gebildet (3).

Blut kann in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Für die Blutspende ist vor allem das AB0- und Rhesus-System von Bedeutung. Die Erythrozyten weisen spezifische Antigene auf ihrer Oberfläche auf, woraus sich die Einteilung in die Blutgruppen A, B, 0 und AB ergibt. Im Blutplasma befinden sich spezifische Antikörper (Tabelle 1).

Blutgruppe Antigene Antikörper
A A B
B B A
O keine A und B
AB A und B keine
Tabelle 1: Übersicht Blutgruppen

Je nachdem, ob Erythrozyten das wichtigste Rhesus-Antigen (Antigen D) auf ihrer Oberfläche tragen oder nicht, wird das Blut in Rhesus-positiv beziehungsweise Rhesus-negativ eingeteilt. Für die Blutspende ist es wichtig, die Blutgruppe und den Rhesus-Faktor zu kennen, denn nicht jeder Patient darf jedes Blut erhalten (Tabelle 2). Menschen mit Blutgruppe 0 gelten als Universalspender. Ihr Blut wird oft für Notfälle eingesetzt (4).

Empfänger-Blutgruppe Spender-Blutgruppe 0 Spender-Blutgruppe A Spender-Blutgruppe B Spender-Blutgruppe AB
O X
A X X
B X X
AB X X X X
Tabelle 2: Empfänger und Spender nach Blutgruppe
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