Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hämatologische Malignome
-
Schwangere risikoarm behandeln

Wenn Krebs und Schwangerschaft gleichzeitig auftreten, geraten Medizin und Ethik in ein sensibles Spannungsfeld. Hämatologische Malignome stellen behandelnde Teams vor die Herausforderung, das Leben der Mutter zu schützen, ohne das ungeborene Kind zu gefährden. Moderne Therapiekonzepte ermöglichen heute zunehmend eine Behandlung während der Schwangerschaft – jedoch nicht ohne Risiken.
AutorKontaktTheresa Andraczek
AutorKontaktHolger Stepan
Datum 07.06.2026  08:00 Uhr

Diskussion und Fazit

Maligne hämatologische Erkrankungen während der Schwangerschaft sind selten, stellen jedoch eine große medizinische Herausforderung dar. Durch eine frühzeitige Diagnose, an das Trimester angepasste Therapiestrategien und eine interdisziplinäre Betreuung in spezialisierten Zentren können viele Patientinnen eine nahezu standardmäßige onkologische Therapie erhalten. Die vorhandene Evidenz zeigt, dass eine trimesteradaptierte Chemotherapie bei vielen hämatologischen Malignomen möglich ist, ohne die Prognose der Mutter wesentlich zu verschlechtern. Gleichzeitig können akzeptable fetale Outcomes erreicht werden, etwa hinsichtlich Geburtsgewicht, Organfunktion und kognitiver Entwicklung.

Allerdings basiert die verfügbare Evidenz überwiegend auf retrospektiven Studien, Registerdaten, Fallserien und Expertenempfehlungen. Randomisierte Studien fehlen aufgrund ethischer und praktischer Einschränkungen. Daher bleibt eine individuelle, partizipative Entscheidungsfindung von zentraler Bedeutung.

Mehr von Avoxa