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Hämatologische Malignome
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Schwangere risikoarm behandeln

Wenn Krebs und Schwangerschaft gleichzeitig auftreten, geraten Medizin und Ethik in ein sensibles Spannungsfeld. Hämatologische Malignome stellen behandelnde Teams vor die Herausforderung, das Leben der Mutter zu schützen, ohne das ungeborene Kind zu gefährden. Moderne Therapiekonzepte ermöglichen heute zunehmend eine Behandlung während der Schwangerschaft – jedoch nicht ohne Risiken.
AutorKontaktTheresa Andraczek
AutorKontaktHolger Stepan
Datum 07.06.2026  08:00 Uhr

Wie sich Symptome äußern

Die Symptome hämatologischer Malignome überschneiden sich häufig mit physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft. Dazu zählen beispielsweise:

  • Müdigkeit,
  • Blutbildveränderungen (Anämie, Leukozytopenie/Leukozytose, Thrombozytopenie),
  • Dyspnoe,
  • erhöhte Infektanfälligkeit (13),
  • unspezifische Gelenkbeschwerden,
  • Veränderung der Mammae (Spannung, Schmerzen, Knotenbildung, Sekretion),
  • Lymphadenitis sowie
  • Übelkeit und Erbrechen.

Diese unspezifischen Symptome können die Diagnose und damit die Einleitung der Therapie verzögern.

Diagnostik und Bildgebung

Die diagnostische Abklärung sollte im Verdachtsfall nicht verzögert werden. Die bevorzugten bildgebenden Verfahren sind der Ultraschall und die Magnetresonanztomografie (MRT).

Strahlenbasierte Bildgebung wie ein CT oder PET sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und möglichst mit reduzierter fetaler Strahlenexposition eingesetzt werden. Dies erfordert eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit, zum Beispiel mit Radiologie, Strahlenmedizin und Nuklearmedizin.

Die Basisdiagnostik des Labors umfasst:

  • ein komplettes Blutbild (Differenzialblutbild),
  • eine Knochenmarkbiopsie,
  • molekulargenetische Untersuchungen sowie
  • zytogenetische Analysen.

Wann ist eine Therapie möglich?

Die meisten Leitlinien empfehlen, Chemotherapien im ersten Trimester zu vermeiden, da ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt und angeborene Fehlbildungen besteht, da sich die meisten Organe vor allem in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen entwickeln (Abbildung).

Wenn eine sofortige intensive Therapie erforderlich ist, kann ein Schwangerschaftsabbruch diskutiert werden. Einige Langzeitstudien berichten zwar über erfolgreiche Behandlungen im ersten Trimester (14), jedoch bleibt dieses Vorgehen umstritten und erfordert eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung.

Im zweiten und dritten Trimester können standardisierte Mehrfachchemotherapien unter engmaschigem fetalem Monitoring (regelmäßige Sonografie: Wachstums-, Fruchtwasser- und Perfusionskontrolle) häufig durchgeführt werden (15).

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