Die Symptome hämatologischer Malignome überschneiden sich häufig mit physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft. Dazu zählen beispielsweise:
Diese unspezifischen Symptome können die Diagnose und damit die Einleitung der Therapie verzögern.
Die diagnostische Abklärung sollte im Verdachtsfall nicht verzögert werden. Die bevorzugten bildgebenden Verfahren sind der Ultraschall und die Magnetresonanztomografie (MRT).
Strahlenbasierte Bildgebung wie ein CT oder PET sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und möglichst mit reduzierter fetaler Strahlenexposition eingesetzt werden. Dies erfordert eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit, zum Beispiel mit Radiologie, Strahlenmedizin und Nuklearmedizin.
Die Basisdiagnostik des Labors umfasst:
Die meisten Leitlinien empfehlen, Chemotherapien im ersten Trimester zu vermeiden, da ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt und angeborene Fehlbildungen besteht, da sich die meisten Organe vor allem in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen entwickeln (Abbildung).
Abbildung: Wichtige zeitliche Marker der Schwangerschaft; modifiziert nach Decroocq et al. (2025). Dunkelgelbe Balken: Phase der Organentwicklung mit höchster Empfindlichkeit gegenüber schädigenden Einflüssen / © PZ/Stephan Spitzer
Wenn eine sofortige intensive Therapie erforderlich ist, kann ein Schwangerschaftsabbruch diskutiert werden. Einige Langzeitstudien berichten zwar über erfolgreiche Behandlungen im ersten Trimester (14), jedoch bleibt dieses Vorgehen umstritten und erfordert eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung.
Im zweiten und dritten Trimester können standardisierte Mehrfachchemotherapien unter engmaschigem fetalem Monitoring (regelmäßige Sonografie: Wachstums-, Fruchtwasser- und Perfusionskontrolle) häufig durchgeführt werden (15).