Während der Schwangerschaft kommt es zu tiefgreifenden physiologischen Veränderungen, die die Pharmakokinetik von Arzneimitteln beeinflussen können.
Wichtige Veränderungen umfassen:
Diese Faktoren können Verteilung, Metabolisierung und Elimination von Chemotherapeutika verändern und somit deren Wirksamkeit und Toxizität beeinflussen. Daher ist bei der Behandlung schwangerer Patientinnen eine besonders sorgfältige pharmakologische Bewertung erforderlich (21, 22).
Viele moderne zielgerichtete Therapien sind während der Schwangerschaft kontraindiziert, da sie teratogene Effekte verursachen können. Dazu zählen Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Imatinib, Dasatinib und Nilotinib. Sie können die fetale Entwicklung beeinträchtigen und werden daher während der Schwangerschaft vermieden.
Substanzen wie Thalidomid und Lenalidomid sind stark teratogen und strikt kontraindiziert. Patientinnen mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) können im ersten Trimester alternativ Interferon-α erhalten, da hierfür vergleichsweise günstige Sicherheitsdaten vorliegen.
Tabelle: Onkologische Therapie in der Schwangerschaft / © Übersicht nach Peccatori et al., 2013; Loibl et al., 2023 (17,18)
Neben der antineoplastischen Therapie spielt die supportive Behandlung eine wichtige Rolle.
Wichtige Maßnahmen sind eine:
Niedermolekulare Heparine gelten während der Schwangerschaft als sichere Option zur Prävention venöser Thromboembolien. Auch Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktoren (G-CSF) können in ausgewählten Fällen eingesetzt werden.