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Hämatologische Malignome
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Schwangere risikoarm behandeln

Wenn Krebs und Schwangerschaft gleichzeitig auftreten, geraten Medizin und Ethik in ein sensibles Spannungsfeld. Hämatologische Malignome stellen behandelnde Teams vor die Herausforderung, das Leben der Mutter zu schützen, ohne das ungeborene Kind zu gefährden. Moderne Therapiekonzepte ermöglichen heute zunehmend eine Behandlung während der Schwangerschaft – jedoch nicht ohne Risiken.
AutorKontaktTheresa Andraczek
AutorKontaktHolger Stepan
Datum 07.06.2026  08:00 Uhr

Pharmakokinetik in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kommt es zu tiefgreifenden physiologischen Veränderungen, die die Pharmakokinetik von Arzneimitteln beeinflussen können.

Wichtige Veränderungen umfassen:

  • die Zunahme des Plasmavolumens,
  • eine erhöhte glomeruläre Filtrationsrate,
  • Veränderungen der Aktivität von Cytochrom-P450-Enzymen sowie
  • eine reduzierte Plasmaproteinbindung.

Diese Faktoren können Verteilung, Metabolisierung und Elimination von Chemotherapeutika verändern und somit deren Wirksamkeit und Toxizität beeinflussen. Daher ist bei der Behandlung schwangerer Patientinnen eine besonders sorgfältige pharmakologische Bewertung erforderlich (21, 22).

Zielgerichtete Therapien und Immunmodulation

Viele moderne zielgerichtete Therapien sind während der Schwangerschaft kontraindiziert, da sie teratogene Effekte verursachen können. Dazu zählen Tyrosinkinase-Inhibitoren wie Imatinib, Dasatinib und Nilotinib. Sie können die fetale Entwicklung beeinträchtigen und werden daher während der Schwangerschaft vermieden.

Substanzen wie Thalidomid und Lenalidomid sind stark teratogen und strikt kontraindiziert. Patientinnen mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) können im ersten Trimester alternativ Interferon-α erhalten, da hierfür vergleichsweise günstige Sicherheitsdaten vorliegen.

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