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Palliativmedizin
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Off-Label-Use mit Evidenz

Ob Midazolam in die Nase oder Metamizol unter die Haut: Bei der Palliativversorgung ist der Off-Label-Use alltäglich. Um den Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden, ist eine Anwendung abseits der Zulassung oft die beste Option. Evidenzbasiert sollte sie aber sein. Eine Datenbank schafft den Überblick.
AutorKontaktStefanie Pügge
AutorKontaktAleksandra Dukic-Ott
Datum 10.09.2023  08:00 Uhr

Die Rolle der Apotheker

Apotheker begleiten Palliativpatienten in verschiedenen Lebenslagen und Versorgungsbereichen. Zu Letzteren gehören im stationären Setting die Palliativstationen, der palliative Konsildienst sowie Hospize. Im ambulanten Kontext ermöglichen Teams zur spezialisierten, ambulanten Palliativversorgung (SAPV) eine umfassende Betreuung von Patienten zu Hause. Darüber hinaus gibt es die allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV), die die Lücke zwischen Primärversorgung und spezialisierten Angeboten schließt.

Apotheker übernehmen in diesen Strukturen wichtige Aufgaben. Kenntnisse zur palliativen Arzneimitteltherapie sind somit von zunehmender Bedeutung sowohl im klinischen als auch im ambulanten Setting.

Apotheker sind kompetente Ansprechpartner, Vermittler bei der multiprofessionellen Zusammenarbeit und insbesondere in der wohnortnahen Apotheke oft die erste Anlaufstelle für Ratsuchende. Sie unterstützen medizinisches Personal bei der Auswahl eines geeigneten Medikaments – sei es zum In- oder Off-Label-Use – in der richtigen Darreichungsform und helfen, Doppelverordnungen und Verschreibungskaskaden zu vermeiden.

Eine weitere zentrale Aufgabe der Apotheker ist die Arzneimittelversorgung. Dies betrifft sowohl die direkte Abgabe an Patienten und Angehörige inklusive der dazugehörigen Beratung, aber auch die Belieferung von Pflegeheimen, Hospizen oder SAPV-Teams.

Nicht zuletzt stellt die Herstellung patientenindividueller Rezepturarzneimittel eine pharmazeutische Kernkompetenz dar und schließt eine Versorgungslücke dort, wo es an geeigneten Handelspräparaten fehlt. Der Bedarf an alternativen Darreichungsformen ist gegeben, gleichzeitig ist eine kritische Prüfung auf Sinnhaftigkeit und Plausibilität wichtig. Apotheken mit Sterilherstellung übernehmen zusätzlich die Versorgung mit Mischinfusionen.

Den gesamten Beitrag der Apotheker und des pharmazeutischen Fachpersonals zur Versorgung und Begleitung von Palliativpatienten und ihren Angehörigen definiert die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin als Palliativpharmazie.

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