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Palliativmedizin
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Off-Label-Use mit Evidenz

Ob Midazolam in die Nase oder Metamizol unter die Haut: Bei der Palliativversorgung ist der Off-Label-Use alltäglich. Um den Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden, ist eine Anwendung abseits der Zulassung oft die beste Option. Evidenzbasiert sollte sie aber sein. Eine Datenbank schafft den Überblick.
AutorKontaktStefanie Pügge
AutorKontaktAleksandra Dukic-Ott
Datum 10.09.2023  08:00 Uhr

Bei der palliativen Versorgung von Patienten liegt der Fokus nicht auf der Heilung von Erkrankungen, sondern darauf, die Lebensqualität zu verbessern beziehungsweise belastende Symptome zu lindern. Dabei spielt die medikamentöse Therapie eine essenzielle Rolle. Jedoch stoßen Behandelnde immer wieder an Grenzen im Rahmen der zugelassenen Behandlungsoptionen. Der zulassungsüberschreitende Einsatz von Arzneimitteln, der sogenannte Off-Label-Use (OLU), gehört deshalb zum klinischen Alltag. Dies kann sowohl Indikation als auch Applikationsweg, Anwendungsdauer, Dosierung oder Mischung von Substanzen betreffen.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Palliativversorgung als einen »Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, welche mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art«. Aus der Definition wird deutlich, dass die Palliativversorgung nicht nur auf onkologische Erkrankungen oder die letzten Lebenstage beschränkt ist.

So können auch chronische, lebensbedrohliche Krankheiten wie chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Herzinsuffizienz oder terminale Niereninsuffizienz Patienten zunehmend einschränken. Gleiches gilt, sowohl körperlich als auch psychisch, für Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose. Nicht zuletzt stellen durch die steigende Lebenserwartung auch immer mehr Menschen mit demenziellen Erkrankungen eine wachsende Behandlungsgruppe in der Palliativversorgung dar. Die palliative Begleitung kann sich also auch über mehrere Monate oder Jahre erstrecken.

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