Zahlreiche Arzneimittel können die verschiedenen Mechanismen zur Blutdruckregulierung beeinflussen (Kasten). Naturgemäß kann eine Hypotonie als Nebenwirkung von Antihypertonika auftreten. Dies gilt gleichermaßen für α₁-Rezeptorblocker wie Tamsulosin und Doxazosin zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie, da sie die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin an den Blutgefäßen hemmen, was eine Vasodilatation zur Folge hat. Infrage kommen auch SGLT-2-Hemmer, die die Rückresorption von Glucose und Natrium in der Niere blockieren; folglich nimmt das Blutvolumen aufgrund der osmotischen Diurese ab.
Eine (orthostatische) Hypotonie tritt häufig auch unter der Einnahme von trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin und Trimipramin auf, die neben zentralen auch periphere α-Rezeptoren blockieren und dadurch den Blutdruck senken. Auch einige Antiparkinsonmittel wie L-Dopa und Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol, Piribedil und Rotigotin) können die Kreislaufproblematik mit dem Risiko einer orthostatischen Dysregulation verschärfen.
Timololhaltige Augentropfen senken den Augeninnendruck bei Glaukompatienten. Der Betablocker kann über den Tränenkanal in den Blutkreislauf gelangen und eine systemische Hypotonie sowie einen langsamen Herzschlag auslösen.
Der Körper verfügt über verschiedene aufeinander abgestimmte Mechanismen, um den Sollwert des Blutdrucks zu regulieren. Eine entscheidende Rolle spielt das vegetative Nervensystem. Der Sympathikus stimuliert über die Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin den Herzschlag und verengt die Blutgefäße, folglich steigt der Blutdruck an. Umgekehrt innerviert der Parasympathikus über Acetylcholin die Gefäße, es kommt zur Vasodilatation und somit zu niedrigem Blutdruck und Puls.
Zudem befinden sich in den Wänden der großen Blutgefäße wie Aortenbogen und Halsschlagader sogenannte Barorezeptoren. Sie nehmen Gefäßdehnungen wahr und leiten die Signale an das Gehirn weiter. Je mehr Blut pro Minute vom Herzen durch schnelleren Herzschlag gepumpt wird (bei gleichbleibendem Durchmesser der Arterien), desto größer ist das Herzzeitvolumen und desto höher der Blutdruck. Er sinkt bei einem langsameren Herzschlag.
Eine weitere Stellschraube sind die Nieren. Sie regulieren den Blutdruck über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System sowie über die Ausscheidung von Wasser und Salz.