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Hypotonie
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Mehr als eine Kreislaufschwäche

Schwindel, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme werden oft als harmlose Folgen eines niedrigen Blutdrucks abgetan. Doch hinter einer Hypotonie können neben einer angeborenen Veranlagung auch Erkrankungen oder Arzneimittel stecken. Für das Apothekenteam gilt es daher, Warnsignale zu erkennen und Betroffene kompetent zu beraten.
AutorKontaktBarbara Staufenbiel
Datum 27.08.2026  09:00 Uhr

Medikamente als Auslöser

Zahlreiche Arzneimittel können die verschiedenen Mechanismen zur Blutdruckregulierung beeinflussen (Kasten). Naturgemäß kann eine Hypotonie als Nebenwirkung von Antihypertonika auftreten. Dies gilt gleichermaßen für α₁-Rezeptorblocker wie Tamsulosin und Doxazosin zur Behandlung der ­benignen Prostatahyperplasie, da sie die Wirkung von Adrenalin und Nor­adrenalin an den Blutgefäßen hemmen, was eine Vasodilatation zur Folge hat. Infrage kommen auch SGLT-2-Hemmer, die die Rückresorption von Glucose und Natrium in der Niere blockieren; folglich nimmt das Blut­volumen aufgrund der osmotischen Diurese ab.

Eine (orthostatische) Hypotonie tritt häufig auch unter der Einnahme von trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin, Doxepin und Trimipramin auf, die neben zentralen auch periphere α-Rezeptoren blockieren und dadurch den Blutdruck senken. Auch einige Antiparkinsonmittel wie L-Dopa und Dopaminagonisten (Pramipexol, Ropinirol, Piribedil und Rotigotin) können die Kreislaufproblematik mit dem Risiko einer orthostatischen Dysregulation verschärfen.

Timololhaltige Augentropfen senken den Augeninnendruck bei Glaukompatienten. Der Betablocker kann über den Tränenkanal in den Blutkreislauf gelangen und eine systemische Hypotonie sowie einen langsamen Herzschlag auslösen.

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