Das Teilen und Zerkleinern von Tabletten kann praktisch sein, um die Schluckbarkeit von Medikamenten zu verbessern, diese über eine Sonde zu verabreichen oder die Dosierung des Arzneistoffs anzupassen. Aber es birgt auch Risiken und Herausforderungen. Apotheker sollten den Patienten die richtige Technik erklären und sie auf mögliche Folgen hinweisen. Ist die Gleichförmigkeit der Einzeldosis in den Teilstücken nicht sichergestellt, können Nebenwirkungen oder eine schwankende Wirksamkeit auftreten.
Insbesondere bei Kindern, Patienten mit Xerostomie, Schluckbeschwerden und geistiger Behinderung sollten Apothekenteams individuelle Lösungen suchen, um die Arzneimitteltherapie erfolgreich zu gestalten. Grundsätzlich gilt: Bevor ein Arzneimittel geteilt oder gemörsert wird, sollten alle anderen Optionen probiert werden.
Klaus Langer studierte Pharmazie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und wurde 1996 im Fach Pharmazeutische Technologie promoviert. Im Jahr 2000 erhielt er die Gastprofessur für Pharmazeutische Technologie an der Karl-Franzens-Universität Graz. 2005 habilitierte er sich für das Fach Pharmazeutische Technologie und ist seit 2009 W3-Professor an der Universität Münster. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Entwicklung nanostrukturierter Arzneistoffformulierungen sowie deren Interaktion mit biologischen Systemen.
Isabell Waltering studierte Pharmazie an der Universität Münster und erhielt 2008 den Titel Doctor of Pharmacy, University of Florida. Die Fachapothekerin für Arzneimittelinformation, geriatrische Pharmazie und Infektiologie ist seit 2012 ATHINA-Koordinatorin an der Uni Münster und in öffentlichen Apotheken, Krankenhausapotheken und PTA-Schulen tätig. 2020 wurde sie promoviert. Dr. Waltering forscht im Bereich Medikationsanalyse, Arzneimitteltherapie- und Patientensicherheit im Arbeitskreis von Professor Dr. Georg Hempel, Uni Münster.