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Covid-19, Influenza, RSV
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Impfprogramm 2.0 für den Herbst

Seit der Pandemie hat jede Impfsaison ihre eigenen Herausforderungen. Seit jeher ist das Gebot der Stunde, variantenangepasste Impfstoffe zu verwenden. Für diesen Herbst wird jedoch dazu aufgerufen, erst die alten Covid-19-Bestände des Bundes zu verimpfen. Wie passt das zusammen?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 29.10.2026  18:00 Uhr

Neue Stämme, neue Grippesaison

Die Grippeimpfstoffe für diese Saison unterscheiden sich in ihrer Stammzusammensetzung komplett von denen des Vorjahrs. Nach dem Aus für die Influenza-B-Linie »Yamagata« – sie wurde weltweit seit Jahren nicht mehr nachgewiesen – bleibt es zwar bei trivalenten Vakzinen mit jeweils einer Komponente gegen Influenza A H1N1, Influenza A H3N2 und Influenza B der Victoria-Linie, doch die Weltgesundheitsorganisation WHO entschied sich für die Saison 2026/2027 für drei neue Stämme in den Nordhalbkugel-Vakzinen. Im vergangenen Jahr kam es zu einem teilweisen Mismatch aufgrund einer neu zirkulierenden H3N2-Subklade K.

Die meisten verfügbaren Grippeimpfstoffe werden mithilfe von befruchteten Hühnereiern hergestellt. Das Hühnereiweiß kann allergische Reaktionen hervorrufen, wobei Personen, die nur leicht darauf reagieren, laut Informationen des RKI auch hühnereibasierte Impfstoffe erhalten können. Für Menschen, die Hühnereiweiß komplett meiden müssen, steht alternativ der zellkulturbasierte Grippeimpfstoff Flucelvax® zur Verfügung.

Die Stammzusammensetzung der zellkultur- und eibasierten Impfstoffe unterscheidet sich leicht. Zum einen gehen im Hühnerei nicht alle Saatviren an; vor allem Saatviren der H3N2-Stämme töten die Hühnerembryonen ab. Zum anderen spielt die sogenannte Ei-Adaptation eine Rolle: Saatviren im Hühnerei verändern ihre Antigenität, wodurch die Übereinstimmung von Impfstoffantigenen mit zirkulierenden Viren sinkt. Studien bestätigten diese Theorie; es ergab sich eine bessere Übereinstimmung von Impfantigenen mit den zirkulierenden H3N2-Stämmen.

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 60 Jahren, sich gegen Influenza impfen zu lassen – entweder mit einem inaktivierten, trivalenten Hochdosis-Impfstoff (Efluelda®), der die vierfache Antigenmenge im Vergleich zu Standardimpfstoffen enthält, oder mit der MF59-adjuvantierten Trivalent-Vakzine Fluad®. Die höhere Antigenmenge beziehungsweise der Zusatz der MF59-Squalen-in-Wasser-Emulsion verstärken nachweislich die Immunantwort und verbessern die Schutzwirkung bei Senioren.

Die jährliche Influenza-Impfung wird auch Patienten mit chronischen Erkrankungen empfohlen – darunter Kindern ab einem Alter von sechs Monaten (zum Beispiel Influvac®, Influsplit®, Xanaflu® oder Vaxigrip®) ebenso wie Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr infolge einer Krankheit oder aufgrund der Einnahme von Immunsuppressiva. Da sie ein besonders hohes Risiko für schwere oder sogar tödliche Krankheitsverläufe tragen, profitieren sie besonders vom Impfschutz. Gleiches gilt für Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, enge Kontaktpersonen und medizinisches Personal. Auch Schwangere sollten ab dem zweiten Trimenon geimpft werden; bei bestehender Grunderkrankung kann die Impfung bereits früher erfolgen.

Ganz aktuell empfiehlt die STIKO erstmals eine Grundimmunisierung für bestimmte Personengruppen, die beruflich mit A(H5)-Viren in Kontakt kommen können. Im Detail betrifft dies Personen, die

  • »gezielte Tätigkeiten mit Influenza-A(H5)-Viren gemäß Biostoffverordnung ausüben oder
  • die in der Tierseuchen-/Ausbruchsbekämpfung involviert sind«.

Die Impfempfehlung ergänzt die bereits bestehende Empfehlung zur saisonalen Influenza-Impfung für Personen mit beruflichem oder privatem Tierkontakt.

Die STIKO empfiehlt den genannten Personengruppen eine Grundimmunisierung mit einem in Deutschland zugelassenen und auf den aktuell zirkulierenden Stamm angepassten zoonotischen Influenza-A(H5)-Impfstoff.

Derzeit sind von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) drei zoonotische Influenza A(H5)-Impfstoffe zugelassen (Aflunov, Celldemic, Zoonotic Influenza Vaccine Seqirus). Derzeit enthält nur Zoonotic Influenza Vaccine Seqirus den aktuell zirkulierenden Stamm und kann verimpft werden.

Bei allen drei handelt es sich um inaktivierte Subunit-Impfstoffe, die die Oberflächenproteine Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) als Antigene beinhalten. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfstoffdosen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden.

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