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Vogelgrippe
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Erstmals Impfempfehlung für bestimmte Berufsgruppen

Vogelgrippeviren sind weltweit verbreitet. Auch Geflügelbestände sind regelmäßig betroffen – mit erhöhtem Risiko für Beschäftigte in der Seuchenbekämpfung. Nun wurde für gefährdete Personen erstmals eine Impfempfehlung gegen Influenza-A(H5) ausgesprochen.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 20.10.2026  17:30 Uhr
Erstmals Impfempfehlung für bestimmte Berufsgruppen

Erstmals empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) eine Grundimmunisierung für bestimmte Personengruppen, die beruflich mit A(H5)-Viren in Kontakt kommen können. Damit sind Personen gemeint, die »gezielte Tätigkeiten mit Influenza-A(H5)-Viren gemäß Biostoffverordnung ausüben oder die in der Tierseuchen-/Ausbruchsbekämpfung involviert sind«. Die Impfempfehlung ergänzt die bereits bestehende Empfehlung zur saisonalen Influenza-Impfung für Personen mit beruflichem oder privatem Tierkontakt.

Aviäre Influenza-Viren des Subtyps A(H5) kommen weltweit endemisch in wild lebenden Wasservögeln vor. Sie haben sich aber auch zunehmend in Geflügelbeständen etabliert. So wurden im Winterhalbjahr 2025/26 in allen Bundesländern A(H5)-Viren bei Wildvögeln und Geflügel nachgewiesen. Zunehmend kommen die Viren auch in Säugetieren vor. In Deutschland wurde A(H5) in Rotfüchsen, Waschbären, Hauskatzen sowie vereinzelt bei Robben nachgewiesen. Ein H5N1-Virus gilt als ein Pathogen, das das Potenzial hat, eine Pandemie auszulösen. 

»Humanisierung« möglichst verhindern

In Europa wurden zwar bisher keine Fälle aviärer Influenza bei Menschen nachgewiesen. Nach Einschätzung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und des RKI ist die Gefahr jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass sich zoonotische A(H5)-Viren durch humane Infektionen so verändern könnten, dass sie von Mensch zu Mensch übertragbar werden. Mit der Impfempfehlung soll diesem Szenario nun entgegengewirkt werden.

Die neue Empfehlung baut dabei auf den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, die als Entscheidungshilfe eine Matrix bereitstellt. Diese sieht vier epidemiologische Szenarien vor. Im interpandemischen Szenario 1 (keine Tier- und keine Humanfälle) wird die Impfung lediglich für Laborpersonal erwogen. Im interpandemischen Szenario 2 (Tierfälle vorhanden, keine Humanfälle) wird die Impfung auf Personen in der Ausbruchsbekämpfung sowie Personen mit regelmäßigem Tierkontakt ausgeweitet. Erst in den Szenarien 3 und 4 (sporadische beziehungsweise zunehmende humane Fälle) wird die Impfung für alle Zielgruppen erwogen. 

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