Zirkulierenden Viren bestmöglich aus dem Weg gehen: Das gelingt mit variantenangepassten Impfstoffen gegen Covid-19 und Influenza. / © Getty Images/Jan-Otto
Unter allen Impfquoten sind die gegen Covid-19 am dürftigsten. Gemäß den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ließen sich in der Saison 2024/2025 gegen SARS-CoV-2 nur 13 Prozent der Menschen ab 60 und 8 Prozent der Risikopersonen ab 18 Jahren impfen. Auch die Impfraten bezüglich der Grippeimpfung sind weit von dem 75-Prozent-Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO entfernt. Sie lagen bei etwa 34,5 Prozent bei Personen ab 60 Jahren und damit auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Berichterstattung in der Saison 2008/2009. Die Gruppe der Risikopersonen mit Grunderkrankungen ab 18 Jahren ließ sich zu 28 Prozent gegen Influenza impfen.
Aufgrund der unlängst revidierten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zum allgemeinen Schutz vor Covid-19 sind auch für die bevorstehende Saison keine besseren Quoten zu erwarten. Ist doch die indikationsunabhängige Coronaimpfung jetzt nurmehr für Versicherte ab dem 75. Lebensjahr GKV-Regelleistung. Für alle Jüngeren ist es streng genommen eine Selbstzahlerleistung. Bislang hatte sich die Impfempfehlung aufgrund des Alters auf Menschen ab 60 Jahren erstreckt. Die Indikationsempfehlung für verschiedene Gruppen, die entweder durch bestehende Grunderkrankungen oder aufgrund ihrer Tätigkeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, gilt weiter.
Die Empfehlung zum Aufbau einer Basisimmunität bei Erwachsenen ab 18 Jahren gibt es nicht mehr, denn laut RKI liegt in der erwachsenen Bevölkerung mittlerweile eine breite Immunität vor. Gleichzeitig sind Krankenhauseinweisungen und Todesfälle zurückgegangen. Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren, bei denen die Covid-Impfung indiziert ist und die erstmalig geimpft werden, sollen laut RKI aber einmalig eine Grundimmunisierung entsprechend der Fachinformation erhalten.
In dieser Saison sind Covid-19-Impfstoffe gegen zwei verschiedene Coronavirus-Varianten verfügbar:
Alt oder neu: Welcher Varianten-Impfstoff ist nun in der Apotheke für Erwachsene zu verimpfen? Laut RKI sind die beiden Varianten eng miteinander verwandt und Abkömmlinge der JN.1-Variante. Daher sei zu erwarten, dass die Impfstoffe, die gegen die Varianten LP.8.1 und XFG gerichtet sind, gleich gut vor schweren Covid-19-Erkrankungen schützen.
Wie das Paul-Ehrlich-Institut auf Nachfrage mitteilte, ist die LP.8.1-Comirnaty®-Variante (30 µg) noch bis ins kommende Jahr hinein zulasten des Bundesamtes für Soziale Sicherung für Personen ab zwölf Jahren zu verwenden. Derzeit lagern mehr als 7 Millionen Dosen im Zentrallager des Bundes, deren Haltbarkeit am 28. Februar 2027 ausläuft. Die Verwendung des zentral vom Bund beschafften Covid-Impfstoffs gilt als wirtschaftlich und daher vorrangig, weil für die Krankenkassen keine Produktkosten mehr anfallen.
Für die Impfsaison 2026/2027 sollte ausschließlich die LP.8.1-Variante des vom Bund beschafften Covid-19-Impstoffes verwendet werden. / © Getty Images/Morsa Images/Abel Mitjà Varela
Für Kinder von fünf bis elf Jahren können keine Coronaimpfstoffe aus dem Bundesbestand mehr verwendet werden, da das Verfallsdatum bereits Ende August erreicht wurde. Für sie ist nun der an die XFG-Variante angepasste Impfstoff in 10-Mikrogramm-Dosis zu verwenden. Der bisherige für Säuglinge und Kleinkinder bis vier Jahre gedachte Comirnaty-Impfstoff (3 µg) – die Haltbarkeit endete am 30. September 2026 – wird nicht mehr hergestellt, da der neue Impfstoff diese Altersgruppe mit abdeckt.
Für Kinderimpfstoffe gegen SARS-CoV-2 gilt erstmals ein neues Bestellverfahren. Comirnaty® XFG (10 µg) wird ausschließlich als ultratiefgekühltes Produkt verfügbar sein. Arztpraxen beziehen den Impfstoff aufgrund der erforderlichen Logistik über spezialisierte Vertriebsapotheken, bei denen sie den Impfstoff regulär bedarfsgerecht bestellen können. Zunächst sind das nur die Bergapotheke Ibbenbüren sowie die Schlossapotheke Bergisch Gladbach.