Thromboembolien können lebensgefährlich sein. Gefäßverschlüsse im Arteriensystem können Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. / © Adobe Stock/Gina Sanders
Die venöse Thromboembolie (VTE) ist weltweit eine der führenden Ursachen vermeidbarer Morbidität und Mortalität. Während ältere Patientengruppen im Fokus der Prävention stehen, wird dieses Risiko bei jüngeren Menschen und insbesondere Frauen mit spezifischer Risikokonstellation kaum beachtet. Dieser Artikel beleuchtet Risikofaktoren, klinische Charakteristika, aktuelle Leitlinien (1) und medikamentöse Therapieoptionen. Apothekenteams können mit pharmazeutischer Beratung wesentlich zur Prävention und Patientenaufklärung beitragen.
Die jährliche Inzidenz venöser Thromboembolien liegt in Europa bei etwa 100 bis 200 pro 100.000 Einwohner (5). Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich mehr als 500.000 Menschen allein in Europa an den Folgen einer VTE (9).
Während die Prävalenz mit zunehmendem Alter deutlich ansteigt, zeigen Studien, dass auch jüngere Menschen durch exogene Risikofaktoren wie hormonelle Kontrazeptiva, Schwangerschaft, Rauchen und Bewegungsmangel erheblich gefährdet sein können (8).
Die Thromboembolie grundsätzlich ist ein Verschluss eines Blutgefäßes (Embolie) durch Weitertransport eines Blutgerinnsels (Thrombus). Ein arterielles thromboembolisches Ereignis (ATE) entsteht durch eine meist arteriosklerotisch veränderte Gefäßinnenwand der Arterien. Der Thrombus kann entweder am Entstehungsort das Gefäß verschließen oder durch das arterielle System weiterwandern in zerebrale oder kardiovaskuläre Gefäße. Dies verursacht bedrohliche ischämische Hirn- oder Herzinfarkte.
Venöse thromboembolische Ereignisse umfassen die tiefe Venenthrombose (TVT) und die Lungenembolie (LE). Beide stellen unterschiedliche klinische Ausprägungen derselben pathophysiologischen Ursache dar, nämlich die Bildung eines venösen Thrombus und dessen mögliche Embolisation in die Lungenstrombahn. Oft beginnt es mit einer Beinvenenthrombose, die häufig im Unterschenkel lokalisiert ist.