| Paulina Kamm |
| 23.09.2026 16:20 Uhr |
Loretta Dignam, Gründerin und CEO des The Menopause Hub in Irland, bestätigte, dass die Politik zwar Wege ebnen kann, diese aber auch praktisch gegangen werden müssen. Dignam berichtet aus ihrer Erfahrung, dass sich das Wissen unter Frauen und in der Gesellschaft über die Menopause häufig auf Hitzewallungen und Periodenstopp beschränke. »Wir haben Daten aus unserer Forschung mit 3000 Frauen in Irland. 80 Prozent der Frauen haben Symptome. Insgesamt sind es mehr als 40 Symptome. Eine Frau von zehn hat bereits wegen der Menopause aufgehört zu arbeiten, vier von zehn überlegen, dies zu tun. Drei von zehn treten von einer Beförderung zurück«.
Die Sprache kam auch auf die Datenlage; diese ist laut Professorin Sabine Ludwig, Direktorin des Instituts für Diversität in der Medizin an der Medizinischen Universität Innsbruck, zwar besser als vor 30–40 Jahren, es fehle allerdings weiterhin an verpflichtender und adäquater Repräsentation in der Forschung anhand aller Diversitätsmerkmale.
Die Verbindlichkeit lasse zu wünschen übrig: »Ich denke, eine der Strategien sollte sein, dass es nicht bei einer Empfehlung bleibt, sondern eine Verpflichtung wird«, so Ludwig. Die EMA habe sich im Juli dazu positioniert, Studien genauer und strenger hinsichtlich besagter Aspekte zu prüfen. »Wir sollten nicht vergessen, dass global betrachtet alle 2 Minuten eine Frau an vermeidbaren Schwangerschaftskomplikationen stirbt«, betont Ludwig die Dringlichkeit.
Auch die Politik war für den Abend geladen: Tanja Machalet, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages (SPD), und Emmi Zeulner, Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages (CSU), sicherten der Allianz für Frauengesundheit ihre Unterstützung zu.
Machalet sprach sich dafür aus, sich ein Beispiel an Österreich zu nehmen: »Ich fände es gut, wenn wir einen nationalen Aktionsplan bekämen«, so die Sozialdemokratin. Sie sei sehr gespannt, ob Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) die Frauengesundheit ähnlich in den politischen Fokus setze wie seine Vorgängerin Nina Warken (CDU). Zusätzlich hoffe sie auf Unterstützung seitens des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), der mit Sonja Optendrenk eine neue Vorsitzende an der Spitze hat.
Zeulner sagte der Allianz für Frauengesundheit einen Termin mit Minister Linnemann zu. Dies würde sie persönlich verfolgen und in Zusammenarbeit mit Machalet kontrollieren. Eine gynäkologische Bedarfsplanung, die weitere Niederlassungen zur Folge hätte, und einen stärkeren gynäkologischen Fokus in der medizinischen Lehre seien Forderungen, die sie »liefern können«, so Zeulner. »Ich danke Ihnen, dass Sie heute Geschichte schreiben«, wendet sich die Politikerin an die Allianz.