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Health Equity
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Frauen sind benachteiligt, Männer benachteiligen sich?

Strukturelle Ungleichheiten haben in der Gesundheitsversorgung und -forschung zahlreiche und kostspielige Folgen. Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, Ungleichheiten konkret zu reduzieren?
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 09.10.2026  15:00 Uhr
Frauen sind benachteiligt, Männer benachteiligen sich?

Am gestrigen Donnerstag standen digitale Wege zu einer gerechteren Versorgung auf der Tagesordnung des TI-Summits in Leipzig. Moderatorin Rania Abbas, Lead Public Affairs bei Meierhofer, lud Brenya Adjei (Geschäftsführung der Gematik), Jacqueline Lammert (Oberärztin in der gynäkologischen Präzisionsonkologie und Leiterin AI for Women’s Health am Klinikum der TU München), Jonathan Apasu (Gründer und CEO von Adon Health) und Professorin Gertraud Stadler (Direktorin und Professorin für geschlechtersensible Präventionsforschung an der Charité Berlin) zum Austausch.

Während Frauen laut Professorin Stadler zu einem Großteil aufgrund sozialer Ungleichheit unterversorgt sind, bilden Männer in der Medizin bis heute den Standard. »Ganz viele Frauen interessieren sich für Prävention, haben aber aufgrund von Sorgearbeit und Doppelbelastung zu wenig Zeit dafür«, konkretisiert die Professorin der Charité.

Wie steht es um die Männer?

»Die meisten Daten, die wir haben, basieren auf Männern. Die Symptome basieren auch auf den Standards von Männern, und selbst Medikationen basieren auf den Standards von Männern«, erläutert Gematik-Geschäftsführerin Brenya Adjei. Männer wiederum hätten die nötigen Voraussetzungen für eine adäquate Versorgung, gesteht Apasu zu. Sowohl digitale Technologien als auch Know-how seien seiner Ansicht nach vorhanden. »Medizin ist männlich geprägt, das stimmt – was Forschung angeht, was Daten angeht, was Leadership angeht. Gleichzeitig heißt das nicht, dass Männer gut versorgt sind«, so der Gründer von »Adon Health«.

Das Problem, dass Männer seltener Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen und das Gesundheitssystem generell seltener nutzen, seien Gründe für deren schlechten Gesundheitszustand. Dies zeige sich auch in der geringeren Lebenserwartung. Seiner Expertise nach können dagegen politische Priorisierung und strukturelle Programme für Männergesundheit helfen.

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