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Allianz für Frauengesundheit gegründet
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Ein Appell für mehr Ungeduld

Gestern wurde die Allianz für Frauengesundheit gegründet. Zum Anlass zogen Expertinnen internationale Vergleiche, denn sie sind sich einig: Deutschland ist hinsichtlich der Frauengesundheit ein Entwicklungsland. Was lernen wir aus internationaler Best Practice?
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 23.09.2026  16:20 Uhr

Frauengesundheit umfasst weit mehr als Periode, Schwangerschaft und Wechseljahre. Für einen kompetenten Blick auf das Thema müssen insbesondere Ursprünge schlechterer Gesundheit ins Auge gefasst werden – und diese seien häufig in vorhandenen Gesellschaftsstrukturen zu finden: »Es geht darum, wo ist das Geld und wo ist die Macht«, sagt Sonja Wehsely, die Präsidentin Europe, Middle East and Africa bei Siemens Healthineers. »Diese Grenzen zeigen die Macht und die Unbalance in der Gesellschaft zwischen Mann und Frau«, sagt Wehsely. Sie spreche sich für mehr soziale Verantwortungsübernahme aus, auch in der Industrie.

Um Frauengesundheit dauerhaft und strukturell im deutschen Gesundheitswesen zu implementieren, gründeten am gestrigen Abend in Berlin Cornelia Wanke, Professorin Clarissa Kurscheid, Laura Henrich, Marla Luther, Nicole Lauscher, Katharina Madlen Bürge, Rebecca Otto, Sandy Doehler, Claudia Dettmann, Ulrike Geppert, Anett Hanck, Yvonne Magwas, Stefanie Schuster, Claudia von Zieten und Anke Rüdinger die Allianz für Frauengesundheit. Damit vereinen sie Akteurinnen aus Wissenschaft, Versorgung, Forschung, Wirtschaft und Industrie.

Internationale Best Practice im Gespräch

Die Expertinnen sind sich einig. »Frauen zu sagen, ›Du musst mehr schlafen, damit du gesund bleibst‹, ist schwierig«, erklärt die Professorin für geschlechtersensible Präventionsforschung (Charité – Universitätsmedizin Berlin) Gertraud Turu Stadler. Denn die Belastungen, die immer noch hauptsächlich auf Frauen lasten, seien vielseitig: Pflege-, Haus- und Erwerbsarbeit, zum Teil Gesundheitsmanagerin für die gesamte Familie zu sein, Sport, Schlaf und das soziale beziehungsweise familiäre Netzwerk zu pflegen. Es brauche ein strukturelles Umdenken.

Für Selbstfürsorge bleibe häufig kaum Zeit. Daraus resultieren laut Stadler ungesunde Coping-Mechanismen wie Alkohol- oder Nikotinkonsum. »Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass Frauen mit niedrigerem Einkommen viel seltener für Impfungen, Arzttermine oder Gesundheitscheck-ups vorstellig werden, einfach weil sie nicht genug Zeit haben«, sagt Stadler.

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