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Das Mikrobiom von Kids und Teens
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Du bist, was du isst

Was Ernährung mit Akne zu tun hat? Eine ganze Menge. Dabei sind es vor allem die von Heranwachsenden eher ungeliebten Ballaststoffe, die gesundheitsfördernde Aspekte auch für die Haut mitbringen. Professorin Dr. Michaela Axt-Gadermann über Trendkörner und mikrobiomstärkende Maßnahmen.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 12.08.2026  09:00 Uhr

Unstimmigkeiten im Darm

Jugendliche mit Hautunreinheiten, Pickeln und Pusteln hätten sehr viel häufiger auch Probleme mit dem Darm, schlägt die Dermatologin die Brücke zum Darmmikrobiom. Sie verweist auf eine Befragung von 13.000 Akne-Betroffenen, die vergleichsweise häufig über Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen oder Mundgeruch klagen. »Bei mehr als jedem zweiten Aknepatienten lassen sich im Vergleich zu den Hautgesunden deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung des Darmmikrobioms nachweisen. Vor allem fehlen ihnen Milchsäure- und Bifidobakterien sowie Ballaststoff abbauende Mikroben wie Faecalibakterium prausnitzii oder Akkermansia muciniphila. Dafür tragen sie mehr Fäulnis- und Entzündungsantreiber wie Enterobacter, Staphylokokken, Pseudomonas oder Escherichia coli mit sich herum.«

Wie erlangt man überhaupt ein möglichst breit aufgestelltes und ausbalanciertes Ökosystem im Darm? Beste Bedingungen lassen sich am besten mit einer pflanzenbasierten, ballaststoffreichen und abwechslungsreichen Kost schaffen; da ist sich die Mikrobiomforschung heute einig. »Von allem etwas: Eine ausgewogene Ernährung hat den besten Effekt auf die Zellphysiologie. Es muss nicht immer gleich um Nahrungsergänzungsmittel gehen, zumal einige wichtige Bakterien wie Butyrat- oder Propionatbildner gar nicht als Substitut zugeführt werden können«, so die Expertin.

»Grund für den gesundheitlichen Benefit durch ballaststoffreiche Ernährung sind darin enthaltene, unverdauliche Kohlenhydrate. Also Präbiotika, die einigen Bakterien als wichtigste Nahrungsquelle dienen – wobei kurzkettige Fettsäuren entstehen; Acetat, Butyrat und Propionat gelten als die wichtigsten«, führt die Ernährungsmedizinerin aus. Sie seien wesentlich dafür verantwortlich, dass die Darmschleimhaut gut gedeiht, dass sie integer bleibt und nicht entzündlich durchlässig für Pathogene wird sowie darunterliegende Immunzellen so erzogen werden, dass sie regulatorische T-Zellen bilden, also die Hauptverantwortlichen für immunologische Toleranz.

»Es muss auch nicht unbedingt der Brokkoli sein – Kinder und Jugendliche sind da ja mitunter sehr eigen. Es gilt, Lebensmittel zu finden, mit denen man sie catchen kann. Gesundheitsbewusste Teenager, die sich gerne proteinreich ernähren wollen, fängt man zum Beispiel mit den Trendkörnern Floh-, Lein- oder Chiasamen im Müsli zum Frühstück. Auch Haferflocken liefern viele Proteine und Ballaststoffe. Auch Mandeln oder Erdnüsse könnte man als Superfood bezeichnen. Und Beeren – sehr reich an Polyphenolen – schmecken eigentlich jedem.«

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