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Das Mikrobiom von Kids und Teens
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Du bist, was du isst

Was Ernährung mit Akne zu tun hat? Eine ganze Menge. Dabei sind es vor allem die von Heranwachsenden eher ungeliebten Ballaststoffe, die gesundheitsfördernde Aspekte auch für die Haut mitbringen. Professorin Dr. Michaela Axt-Gadermann über Trendkörner und mikrobiomstärkende Maßnahmen.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 12.08.2026  09:00 Uhr

Mitesser, Pusteln und entzündliche Knötchen sind bei Heranwachsenden eher die Regel als die Ausnahme und machen die Akne zur häufigsten Hauterkrankung überhaupt. »Die Ernährungsweise spielt für das Hautbild eine nicht unerhebliche Rolle«, weiß die Professorin für Gesundheitsförderung der Hochschule Coburg. Als androgen vermittelte Krankheit trifft die Akne junge Männer häufiger und meist auch heftiger, erklärt sie im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung.

Schokolade, Chips und andere Seelentröster stehen schon lange in Verdacht, das Akne-Geschehen anfachen zu können. Mittlerweile ist aber erwiesen, dass es nicht nur die Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index sind, sondern auch insulinotrope Milchprodukte – mit Ausnahme von Käse –, die die Hormonumstellungen potenzieren und Talgdrüsen stimulieren. »Die fettarmen Milchprodukte scheinen gar noch mehr einen entzündlichen Boden zu bereiten als die fettreichen – weil es nicht am Fettgehalt, sondern am Protein liegt«, so die Dermatologin und Ernährungsmedizinerin.

Der glykämische Index gibt an, wie stark und schnell der Blutzucker und in der Folge Insulin ansteigt. In der Kuhmilch sind es vor allem die Molkeproteine, die in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse bereits nach 30 Minuten die Insulinsekretion anfachen. Eine Ernährung mit hoher glykämischer Last fördert also eine Hyperinsulinämie. Häufiger Milchkonsum oder Protein-Shakes, die zum Muskelaufbau konsumiert werden, bewirken außerdem eine vermehrte hepatische Bildung des verwandten Hormons IGF-1, des Insulin-Wachstumsfaktors. Beide, Insulin und IGF-1, sind potente Stimuli für das Akne-Geschehen. Da Talgdrüsen und Keratinozyten – in der Pubertät von Androgenen ohnehin kräftig unter Beschuss – über Rezeptoren für Wachstumsfaktoren wie IGF-1 verfügen, werden Talgproduktion und Zellproliferation hochgefahren.

Axt-Gadermann rät Jugendlichen, auf natürliche Proteine zu setzen – also solche aus Hühnereiern, Fleisch oder Hülsenfrüchten – und dafür auf hochverarbeitete Whey-Isolate in Form von Pulvern, Shakes oder Riegeln zu verzichten. »Letztere enthalten eine Fülle von Aroma- und sonstigen Zusatzstoffen und bieten nicht die vollwertige Nährstoffmatrix natürlicher Nahrungsmittel«, informiert die Mikrobiomspezialistin. »Außerdem sind diesen Produkten häufig B-Vitamine oder auch Biotin zugesetzt. Beide fördern das Wachstum von Cutibacterium acnes – gewissermaßen der Leitkeim im entzündlichen Akneprozess um den Komedo herum. Auch Bierhefetabletten wirken sich oft negativ auf die Effloreszenzen aus.«

Die Dermatologin sieht die Akne-Behandlung als ein Gesamtkonzept, in dem die Ernährung neben der Hautreinigung und der -pflege einen wichtigen Part übernimmt. »Eine langfristige Umstellung hin zu einer ballaststoffreichen, pflanzenbetonten, der Mittelmeerkost ähnlichen Ernährung kann in vielen Fällen schon eine deutliche Verbesserung des Hautbildes bringen. Völlig wegzaubern kann sie die Pickel jedoch meistens nicht«, gibt Axt-Gadermann eine realistische Einschätzung. Der Effekt sei freilich auch vom Schweregrad der Akne-Effloreszenzen abhängig.

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