| Lukas Brockfeld |
| 15.09.2026 16:50 Uhr |
In den kommenden Jahren werde sich die Position der Apotheken im Gesundheitswesen verändern. Mit dem ApoVWG könnten Apotheken unter anderem deutlich mehr Impfungen verabreichen und unter bestimmten Bedingungen Rx-Medikamente ohne Rezept abgeben.
»Mit diesem Paket sind die Apotheken auf dem Weg: vom Anbieter einzelner Dienstleistungen hin zu einem umfassenden Versorgungsmodell vor Ort«, freute sich die Hauptgeschäftsführerin. Die ABDA werde die Apotheken bei der praktischen Umsetzung der neuen Angebote unterstützen. Die Standardarbeitsanweisungen seien bereits fertig. So soll es beispielsweise zur Injektabilia-Beratung auch Schulungsvideos, wie es diese bereits zu Inhalatoren gibt.
Außerdem sollen die pharmazeutischen Dienstleistungen weiterentwickelt und das neue Primärversorgungssystem mitgestaltet werden. »In Zeiten, wo Arztpraxen überlastet sind und Terminwartezeiten wachsen, wäre es gesundheitspolitisch auch schlichtweg fahrlässig, die vor Ort Kompetenz der Apotheke nicht konsequenter zu nutzen«, betonte Erdle. Die ABDA bleibe »mit dem Fuß auf dem Gaspedal« und habe neue Vorschläge für weitere pDL erarbeitet und bereits in den Diskussionsprozess für ein Primärversorgungssystem eingebracht. Sie nannte exemplarisch:
»Unser Ziel ist klar: Primärversorgung muss über die Apotheken gedacht werden.«
Erdle lobte in diesem Zusammenhang auch die Verhandlungskommissionen der Apotheker, die in diesem Jahr 220 Stunden lang mit den Kostenträgern verhandelt hätten, um zu erreichen, dass die neuen Aufgaben der Apotheken auch adäquat vergütet werden.
Als Beispiele nannte sie den Vertrag zur assistierten Telemedizin, das Impfhonorar sowie den Sichtbezug in der Substitutionsversorgung. »Wir haben erreicht, dass Apotheken die gleiche Vergütung erhalten wie Arztpraxen. Für die Apotheken entstehen dadurch zusätzliche Einnahmen von insgesamt mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr«, so Erdle in Bezug auf die Sichtvergabe.