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Apothekenreform
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Vom Krisenmodus zur Zukunftsgestaltung

Das ApoVWG und der erste Schritt der Erhöhung des Packungshonorars sind in Kraft getreten. Schleswig-Holsteins Kammerpräsident Dr. Kai Christiansen und Kammergeschäftsführer Dr. Felix-Alexander Litty rufen dazu auf, nun nach vorn zu schauen und die neuen Chancen zu nutzen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 02.07.2026  17:30 Uhr

Die gestrige Delegiertenversammlung der Apothekerkammer Schleswig-Holstein fand an einem historischen Tag statt: Das erste Mal seit 13 Jahren gab es eine Erhöhung des Packungshonorars. Und das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurde verkündet, um am 2. Juli in Kraft zu treten.

»Endlich!«, freute sich Kammerpräsident Kai Christiansen, um gleich zu bedauern: »Und doch zu spät für über 6000 Apotheken.« Er habe sich zunächst gefragt, ob die Apothekerschaft von einem berufspolitischen Erfolg sprechen könne. Ein Gespräch mit Kammergeschäftsführer Felix Litty, selbst Apotheker, habe ihn aber überzeugt, dass die Apotheken vor Ort vor allem Erfolge verbucht haben.

Litty zählte viele positive Aspekte auf. Die Erhöhung des Fixums habe mehrfach am Abgrund gestanden und sei in Zeiten drastischer Sparmaßnahmen bei Leistungserbringern und Versicherten und in denen selbst Politiker auf ihre Diätenerhöhung Anfang Juli verzichten, ein politischer Drahtseilakt gewesen. Der Kabinettsbeschluss dazu sei geräuschlos und ohne mediales Echo erfolgt – trotz anderslautender Empfehlung der Finanzkommission. Die neue Verhandlungsmöglichkeit über künftige Erhöhungen sei eine riesige Chance, das Honorar an die Kostenentwicklung zu koppeln. Zudem werde die Notdienstpauschale deutlich erhöht, und Skonti würden wieder ermöglicht.

Neben dem Finanziellen stehen die Kompetenzerweiterungen, ob beim Impfen, neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) oder der bedingten Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in bestimmten Fällen bei Chronikern (gilt ab sofort) und in der Akutversorgung. Für Letztere muss noch ein Katalog aufgestellt werden, was bis zum 2. Juli 2027 erfolgen soll. Darüber hinaus gebe es Erleichterungen im Apothekenbetrieb wie die Aufteilung der Filialleitung auf zwei Approbierte und zentralisierte Identitätsprüfungen (nur noch ein Labor im Filialverbund). Die PTA-Vertretung sei noch deutlich entschärft worden.

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