| Daniela Hüttemann |
| 17.08.2026 13:30 Uhr |
In England haben Menschen ab 40 Jahren alle fünf Jahre Anspruch auf einen kostenlosen Blutdruck-Check, um unerkannte Hypertonien frühzeitig zu entdecken. / © Getty Images/javi_indy
Es wird geschätzt, dass allein in England 5,5 Millionen Menschen mit bislang unerkanntem Bluthochdruck leben. Um Betroffene früh zu erkennen und eine Behandlung einzuleiten, gibt es dort einen sogenannten »Hypertension Case-Finding Service« der öffentlichen Apotheken. Menschen ab 40 Jahren können sich dort nach Überweisung vom Hausarzt, auf Empfehlung anderer Heilberufe, aber auch aus eigenem Antrieb in der Apotheke kostenlos den Blutdruck messen lassen. Die Kosten übernimmt der Gesundheitsdienst NHS.
Nun wurde konkretisiert, dass Menschen, die bereits eine blutdrucksenkende Behandlung erhalten, von diesem Service explizit ausgeschlossen sind. Zudem wird die Beschränkung eingeführt, dass Nichtdiagnostizierte diese Dienstleistung nur einmal alle fünf Jahre in Anspruch nehmen können.
Eine Datenauswertung hatte ergeben, dass einige Menschen den Service nutzten, um sich regelmäßig ihren Blutdruck messen zu lassen. Bei Personen ohne Hypertonie sei dies nicht nötig und diejenigen mit Hypertonie, die regelmäßige Messungen benötigen, sollen von ihrem Hausarzt dabei unterstützt werden, heißt es in der Begründung.
Teilweise wurden auch Patienten mit bereits bekannter Hypertonie von Arztpraxen an Apotheken überwiesen. Auch dies entspreche nicht dem eigentlichen Zweck des Programms – der Neuerkennung bislang nicht diagnostizierter Fälle. Die Änderungen treten zum 3. September in Kraft.