Die Delegierten des Deutschen Apothekertags werden kommende Woche in München über zahlreiche Anträge abstimmen. / © PZ/Alois Mueller
Am 15. September ist es wieder so weit: Dann diskutieren in München rund 300 Delegierte aus 17 Kammern und Verbänden die drängenden berufspolitischen Themen der Apothekerschaft und formulieren ihre Forderungen an den Gesetzgeber. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) wird ein Grußwort sprechen.
In diesem Jahr startet der Deutsche Apothekertag (DAT) unter neuen Voraussetzungen, denn mit der Apothekenreform ist das Thema Honorarerhöhung nun politisch umgesetzt. Das Fixum wird in zwei Schritten zum 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro erhöht. Ab 2028 wird es dann dynamisiert und jährlich zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) neu verhandelt.
Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) und den damit einhergehenden Änderungen der Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO) sowie weiteren Verordnungen hat die Apothekerschaft von der Politik ein Reformpaket geschnürt bekommen, das sie in vieler Hinsicht optimistischer in die Zukunft blicken lässt.
Neben der Honorarerhöhung haben Apotheken deutlich mehr Kompetenzen erhalten, sie dürfen etwa alle Impfungen mit Totimpfstoffen anbieten sowie venöse Blutentnahmen bei Erwachsenen und diagnostische Schnelltests durchführen. Zudem hat sich das Spektrum der präventiven Aufgaben erweitert. Zu den bisherigen fünf pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) haben sich fünf weitere hinzugesellt: pDL zur Stärkung der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und tabakassoziierten Erkrankungen sowie zur Früherkennung von hierfür maßgeblichen Erkrankungsrisiken.
Das Honorar für diese Leistungen müssen DAV und GKV-SV in den kommenden Monaten verhandeln. Keine leichte Aufgabe, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Einigungen gab es zuletzt kaum, sodass die Schiedsstelle ein Ergebnis festsetzen musste. Dadurch dauerte es weitere zwölf Wochen, bis ein für beide Seiten bindendes Resultat vorlag.
Grundsätzlich ist aber festzuhalten, dass die Apotheken viele neue Möglichkeiten erhalten haben, um sich wirtschaftlich breiter und mittelfristig auch stabiler aufzustellen. Damit das in der Realität auch klappt, gilt es aus Sicht der Apothekerschaft jedoch noch an etlichen Stellschrauben nachzujustieren. Welche das sind, zeigt die Antragsmappe zum diesjährigen DAT.