Öffentliche Apotheken können einen entscheidenden Beitrag zur Früherkennung und Verbesserung der Blutdruckeinstellung sowie zur langfristigen Therapieadhärenz leisten. Sie sollten auch in Deutschland routinemäßig die pDL zu Blutdruckmessungen anbieten. Zukünftig soll es im Rahmen neuer pDL zur Prävention möglich sein, die bisherige pDL auch Patienten mit bisher unerkannter Hypertonie anzubieten – eine große Chance für die öffentliche Apotheke, sich weiter heilberuflich zu profilieren.
Dass Blutdruckmessungen in Apotheken wirksam zur Verbesserung der Situation beitragen, belegen zahlreiche Studien. So konnte gezeigt werden, dass Interventionen von Apothekern zur Blutdruckkontrolle den höchsten Effekt hatten, gefolgt von kommunalen Gesundheitshelfern. Medikationsanpassungen durch das Apothekenteam – in Absprache mit dem Arzt – konnten den Blutdruck um etwa sieben Einheiten senken. Damit sind pharmazeutische Interventionen etwa vergleichbar stark wirksam wie ein einzelnes Medikament (8, 9).
Katja Renner ist Apothekerin in der Apotheke am MDZ in Heinsberg und arbeitet als Referentin für verschiedene Apothekerkammern und die ABDA. Ihre Schwerpunkte sind Arzneimitteltherapiesicherheit und praxisnahe Aspekte zu Themen wie Depressionen, Atemwegserkrankungen, Kinderkrankheiten und Arzneimittel in der Schwangerschaft. Sie ist Vertreterin der AMK in mehreren Leitlinienkommissionen und war an der Aktualisierung der Leitlinie zur unipolaren Depression beteiligt. Im Leitungsteam von ATHINA setzt sie sich für die Implementierung der pharmazeutischen Dienstleistungen ein. Dr. Renner ist Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Nordrhein.