Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Hypertonie
-
Die Apotheke als Patienten-Coach

Täglich werden Patienten mit Bluthochdruck in der öffentlichen Apotheke beraten. Auch in Zukunft benötigt diese große Patientengruppe die fachliche Expertise der Apotheker, weil die Therapie komplex ist und ein qualitätsgesichertes Monitoring ein wichtiger Garant der Behandlung ist.
AutorKontaktKatja Renner
Datum 19.03.2026  09:00 Uhr

Tablettenlast reduzieren

Eine umfangreiche Blutdrucktherapie umfasst häufig drei bis vier Antihypertensiva. Wenn dann noch die Tagesdosis auf mehrere Einnahmezeitpunkte aufgeteilt wird, ist es insbesondere für alte Menschen eine Herausforderung, diese Therapie umzusetzen.

So wie bei einem 87-jährigen Patienten, der mit dem Wunsch, die Menge seiner Tabletten zu reduzieren, zur Medikationsberatung kommt. Im Medikationsplan erkennt die Apothekerin schon elf Einnahmezeitpunkte verschiedener Antihypertensiva. Sie nimmt Kontakt mit dem Arzt auf und schlägt vor, Candesartan, Amlodipin, Metoprolol und Moxonidin in der Zieldosis einmal täglich anzusetzen. Außerdem können HCT und Candesartan als Kombipräparat verordnet werden. Allein durch diese Maßnahmen werden fünf Einnahmezeitpunkte gespart, was eine deutliche Erleichterung für den Patienten bedeutet.

Therapieresistente Hypertonie?

Trotz der Intensivierung der Therapie in höherer Dosierung erreicht ein kleiner Teil der Patienten nicht die angestrebten Therapieziele. Eine therapieresistente Hypertonie liegt laut Aussage der europäischen Fachgesellschaften dann vor, wenn der Blutdruck trotz Einnahme von drei oder mehr Antihypertensiva unterschiedlicher Klassen in adäquater Dosierung, darunter ein Diuretikum, nicht unter einen Praxisblutdruck von 140/90 mmHg gesenkt werden kann.

Bevor die Diagnose gestellt wird, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu zählen häufig Messfehler, Adhärenzprobleme, Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die den Blutdruck steigern können, zum Beispiel NSAR, Glucocorticoide, Lakritz oder Schilddrüsenhormone, sowie sekundäre Ursachen, zum Beispiel ein Phäochromozytom, Schlafapnoe oder ein primärer Hyperaldosteronismus.

Wenn eine Pseudoresistenz ausgeschlossen werden kann, dann wird in der Regel als Erstes Spironolacton 12,5 bis 50 mg zur Dreifachkombination ergänzt (Tabelle 1). In den meisten Fällen senkt dies erfolgreich den Blutdruck, wenn ein relativer Aldosteronüberschuss vorliegt. Alternativen bei Unverträglichkeit sind Eplerenon, Amilorid, ein Beta- oder ein Alphablocker.

Mehr von Avoxa