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Designierter Gesundheitsminister
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Das ist Carsten Linnemann

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann soll neuer Bundesgesundheitsminister werden, da Amtsinhaberin Nina Warken ins Bundeskanzleramt wechselt. Als Linnemann das erste Mal ein Ministerposten angeboten wurde, wollte er es nicht machen. Jetzt hat ihn der Kanzler wohl doch rumgekriegt.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 24.07.2026  06:50 Uhr

»Zehn Krankenkassen reichen«

Der Experte für Wirtschaft und Soziales hat sich auch als Generalsekretär schon mit kernigen Aussagen zur Gesundheitspolitik hervorgetan. Zum Beispiel mit seiner Forderung nach einer drastischen Reduzierung der 90 gesetzlichen Krankenkassen. »Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran«, sagte er. »Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen.« Ob er das als Gesundheitsminister auch noch so fordern wird?

Ausgelöst wurde die Personalrochade durch den Rücktritt des bisherigen Unions-Fraktionschefs Jens Spahn. Zuvor hatte er öffentlich gemacht, dass er und sein Ehemann Daniel Funke mit Hilfe einer Leihmutter in den USA ein Kind bekommen haben. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn in der CDU mitgetragen hat. Seinen Posten als Fraktionsvorsitzender soll Thorsten Frei übernehmen, der bisherige Kanzleramtschef.

Neuer Job für Warken

Mit Warken holt sich Merz eine Ministerin ins Kanzleramt, die mit dem Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung gerade einen wichtigen Teil des Reformpakets über die Bühne gebracht hat. Sie gilt als klar in ihrer Linie und durchsetzungsfähig. Im Kanzleramt muss sie die Arbeit der Koalition und die Zusammenarbeit mit den Ländern koordinieren.

Mit der Entscheidung für eine Frau – Warken ist auch Vorsitzende der Frauen Union – tritt Merz dem Vorwurf entgegen, das Kanzleramt sei ein reiner Männerverein. Alle seine engsten Berater sind derzeit Männer: die beiden wichtigen Abteilungsleiter für Außen- und Wirtschaftspolitik, der Regierungssprecher, der Kanzleramtschef und sein Büroleiter. Auch im Koalitionsausschuss, dem wichtigsten Entscheidungsgremium des schwarz-roten Regierungsbündnisses neben dem Kabinett, wird die Union mit Warken nun eine Frau haben. Bisher war die SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin Bärbel Bas die einzige Frau in dem Gremium.

Merz baut Regierung und CDU-Führung um

Bereits am Sonntag hatte Merz angedeutet, dass es einen größeren Personalumbau geben könnte. »Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken«, sagte er im ZDF. Schon seit Dienstagabend war dann klar, dass Warken seine Wunschkandidatin als Freis Nachfolgerin im Kanzleramt ist. Nach dpa-Informationen zögerte sie aber aus familiären Gründen zunächst mit ihrer Zusage.

Auch Linnemann soll bereits am Dienstag gefragt worden sein, ob er das Gesundheitsministerium übernehmen wolle. Trotzdem präsentierte Merz am Mittwoch zunächst nur den neuen Fraktionsvorsitzenden. Der Respekt vor der Fraktion und dem wichtigen Amt gebiete es, dass die Aufmerksamkeit zunächst nur auf dieses Amt gerichtet werde, hieß es zur Begründung.

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