| Cornelia Dölger |
| 27.07.2026 14:35 Uhr |
Tino Sorge (CDU) verlässt das Bundesgesundheitsministerium. / © © Dietmar Gust
Die Personalentscheidung gab Merz heute nach einer CDU-Präsidiumssitzung bekannt. Sorge war im Frühjahr vergangenen Jahres zwischenzeitlich sogar als Bundesgesundheitsminister gehandelt worden, wechselte dann als Staatssekretär im BMG in die Regierung. Mit ihm wechselte Georg Kippels (CDU), ehemaliger Apothekenberichterstatter der Union, ins Ministerium.
Für ihn habe der Perspektivwechsel zwischen Legislative und Exekutive »einen besonderen Reiz«, so Sorge damals zur PZ. Er habe in den vergangenen Jahren für die Union die großen fachpolitischen Debatten grundlegend mitgestalten können. »Sie werden meine Arbeit auch im neuen Amt prägen.«
Nach dem Rücktritt von Bundestagsfraktionschef Jens Spahn (CDU) vor gut eineinhalb Wochen hatte Merz angekündigt, dies für einen größeren Regierungsumbau nutzen zu wollen. Zum Nachfolger Spahns soll am Mittwoch der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei gewählt werden. Für Frei zieht die aktuelle Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ins Kanzleramt.
Ihren Posten wiederum übernimmt Carsten Linnemann, bislang CDU-Generalsekretär. Aus dem Gesundheitswesen kamen überwiegend wohlwollende Reaktionen auf den Personalwechsel. Die SPD reagierte zurückhaltend positiv. Der gesundheitspolitische Sprecher Christos Pantazis kündigte eine konstruktive Zusammenarbeit an. Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach schrieb auf X, mit Linnemann könne man »gut arbeiten«.
Kritik kam aus der Opposition. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen betonte, die Herausforderungen im Gesundheitswesen erforderten Expertise, Empathie und einen konsequenten Fokus auf die Patienten. Der Linken-Politiker Ates Gürpinar warnte vor einem zu harten sozialpolitischen Kurs Linnemanns.
Für Diskussionen sorgte zudem eine frühere Aussage Linnemanns aus dem Jahr 2025. Damals hatte er selbst erklärt, er wäre als Gesundheitsminister »wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen«, und verwies auf fehlende fachliche Nähe zum Ressort. Nun betont er, die Ausgangslage habe sich verändert, er habe inzwischen Gesundheitsthemen im Koalitionsausschuss mitverhandelt und traue sich die Aufgabe zu, auch wenn er sich noch tiefer einarbeiten müsse.
Die Ebene der Parlamentarischen Staatssekretäre trifft aktuell noch weitere Änderungen: Gitta Connemann wechselt vom Wirtschafts- ins Digitalministerium, während Johannes Steiniger ihr im Wirtschaftsministerium nachfolgen soll.
Auch an der CDU-Spitze gibt es eine Personalie: Merz schlug die Hamburger Bundestagsabgeordnete und bisherige CDU-Schatzmeisterin Franziska Hoppermann als neue Generalsekretärin der Partei vor. Sie soll Carsten Linnemann nachfolgen.
Neuer Verkehrsminister soll Steffen Bilger (CDU) werden. Der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion folgt auf Patrick Schnieder. Merz hatte Schnieder vergangene Woche über seine geplante Entlassung informiert. Die Entscheidung löste innerhalb der CDU erhebliche Kritik aus, auch weil der zunächst als Nachfolger vorgesehene CDU-Politiker Fritz Güntzler seine Zusage kurzfristig zurückzog. Dadurch entstand eine öffentliche Hängepartie um Schnieders Zukunft im Amt.