| Lukas Brockfeld |
| 24.07.2026 16:55 Uhr |
Carsten Linnemann 2025 im Phoenix-Interview. / © Phoenix/Screenshot
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann soll das Gesundheitsministerium von Nina Warken (CDU) übernehmen. Bisher hatte der Christdemokrat nur am Rande mit der Gesundheitspolitik zu tun. Das Gesundheitsressort gilt als besonders anspruchsvoll und in der aktuellen Legislaturperiode werden einschneidende Reformen umgesetzt. Für Linnemann könnte das neue Amt also zur Herkulesaufgabe werden.
In einem Interview mit dem Sender Phoenix erklärte Carsten Linnemann im Frühjahr 2025, warum er in der neuen Bundesregierung keinen Ministerposten übernommen habe und stattdessen Generalsekretär der CDU bleibe. Es sei nicht sein Ding »nur Minister zu sein, damit das bei Wikipedia steht«, sagte Linnemann und ließ eine brisante Aussage folgen:
»Wenn Sie mich jetzt aufgestellt hätten als Gesundheitsminister, dann wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt ›warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?‹. Deswegen: Schuster bleib bei deinen Leisten. Mach das, was du kannst«, so Linnemann im vergangenen Jahr.
Carsten Linnemann ist mit den Zweifeln an seiner Eignung nicht allein. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen warnte beispielsweise im Interview mit der »Augsburger Allgemeinen«: »Entsteht der Eindruck, dass ausgerechnet für das Gesundheitsministerium weder gesundheitspolitische Erfahrung, ministerielle Führungserfahrung noch besondere medizinische Fachkenntnis entscheidend sind, beschädigt das das Vertrauen – in einer Zeit, in der dieses Vertrauen ohnehin bereits grenzwertig strapaziert ist.« Angesichts der großen Herausforderungen brauche es »Expertise, Empathie und den konsequenten Fokus auf die Menschen«.