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Neuer Gesundheitsminister
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Wie steht Linnemann zu Apotheken?

Carsten Linnemann (CDU) soll das Amt des Gesundheitsministers von Nina Warken übernehmen. Bisher hat sich der Christdemokrat nur am Rande zu gesundheitspolitischen Themen positioniert. Doch seine früheren Äußerungen zeigen, in welche Richtung sich das Ministerium bewegen könnte.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 24.07.2026  14:10 Uhr

Der 48-jährige CDU-Generalsekretär hat sich bisher kaum zu Apotheken positioniert. Im Dezember 2025 wurde er nach der Aufzeichnung des von ihm moderierten Live-Podcasts »einfach mal machen« von Vertretern der Vor-Ort-Apotheken auf das Apothekensterben und die geplante Apothekenreform angesprochen. Die Freie Apothekerschaft berichtet auf ihrer Website von Linnemanns Reaktionen. Demnach war der zukünftige Gesundheitsminister sehr gut über den Referentenentwurf zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) informiert. Sein hoher Wissensstand und sein Interesse seien positiv aufgefallen.

Mit Blick auf die geplante PTA-Vertretung warnte Linnemann demnach davor, dass diese zum »Freifahrtschein« für den Versandhandel und Drogeriemärkte werden könnte. Außerdem habe er sich mit den anwesenden Apothekerinnen und Apothekern über das Apothekensterben, den Versandhandel und die Schwächung des mittelständischen Gesundheitswesens ausgetauscht.

Linnemann war außerdem Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion und dürfte daher mit vielen Problemen vertraut sein, mit denen sich kleinere Unternehmen wie Apotheken konfrontiert sehen. Diese Hoffnung äußert auch ABDA-Präsident Thomas Preis, der mit Optimismus auf die künftige Zusammenarbeit blickt. »Wir setzen auf eine weitere Stärkung der öffentlichen Apotheken als zentrale Gesundheits- und Arzneimittelversorger, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart ist«, so Preis zur PZ.

Auch Linnemann will sparen

Linnemann stellte sich als CDU-Generalsekretär ausdrücklich hinter das Spargesetz seiner Amtsvorgängerin Nina Warken und betonte, dass jeder einen Beitrag zu den Sparbemühungen leisten müsse. Im April plädierte er dafür, die Finanzierung der Krankenversicherung von Bürgergeldempfängern umzustellen. Es sei ungerecht, dass diese nur von den GKV-Versicherten finanziert werde, während privatversicherte Beamte und Selbstständige nichts zahlten. Daher sollte die Allgemeinheit für diese Kosten aufkommen und diese aus Steuergeldern finanzieren.

Die hohen Sozialabgaben wurden in der Vergangenheit immer wieder von Linnemann kritisiert. So sagte er im Februar in einem Interview mit der »Bild am Sonntag«, dass diese unbedingt stabilisiert und langfristig sogar gesenkt werden müssten. »Perspektivisch müssen wir aber wieder Richtung 40 Prozent, denn im Moment gehen wir auf 45 Prozent zu«, sagte der Christdemokrat.

Linnemann betont regelmäßig die Bedeutung der Eigenverantwortung. Seinen Kritikern gilt er daher als sozialpolitischer Hardliner. »Jetzt wird erst richtig mit der Kettensäge losgelegt. Wir müssen den Widerstand organisieren, um den Sozialstaat zu verteidigen«, warnt etwa der Linken-Gesundheitspolitiker Ates Gürpinar.

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