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Schmerzpflaster

Überdosierung durch Hitze

27.07.2010
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ABDA /PZ / Bei heißem Wetter kann es bei Schmerzpflastern zu Überdosierungen kommen. Davor warnt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Durch eine erhöhte Hauttemperatur werden stark wirksame schmerzstillende Wirkstoffe wie Fentanyl oder Buprenorphin schneller und leichter durch die Haut hindurch ins Blut aufgenommen. Daher sollten Patienten die Hautstelle mit dem Schmerzpflaster vor intensiver Sonnenbestrahlung schützen. Das gilt auch für andere Arten der Hauterwärmung wie Heizdecken, Wärmflaschen, Saunabesuche oder ­heiße Bäder.

»Patienten sollten die Zeichen einer Überdosierung kennen und das Pflaster beim Verdacht darauf sofort entfernen«, so Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK. Auch das Pflegepersonal sollte auf Überdosierungen achten. Eine Überdosierung äußert sich zum Beispiel in einer verlangsamten Atmung oder einem Schwäche- oder Schwindelgefühl. Weitere Anzeichen einer Überdosierung sind Schläfrigkeit, Schwierigkeiten beim Gehen oder Sprechen, Kältegefühl oder Verwirrtheit. Nach dem Entfernen eines Schmerzpflasters halten seine schmerzstillenden, aber auch unerwünschte Wirkungen noch einige Zeit an, da sich in der Haut ein Wirkstoffdepot gebildet hat. Patienten mit schweren Nebenwirkungen sollen deshalb nach Entfernung des Pflasters noch etwa einen Tag lang beobachtet werden. / 

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