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Elektronischer Medikationsplan
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Auf die Technik kommt es an

Mit dem elektronischen Medikationsplan erhalten Apotheken und Praxen bald ein neues Werkzeug, das die Arzneimitteltherapiesicherheit deutlich verbessern könnte. Doch auf der Expopharm in München zeigte sich, dass es dafür auf eine störungsfreie und praxistaugliche Umsetzung ankommt.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 17.09.2026  16:20 Uhr
Die Praxistauglichkeit entscheidet

Die Praxistauglichkeit entscheidet

Der eMP wird über die gleiche digitale Infrastruktur laufen wie die elektronische Patientenakte. Damit können ähnliche Störungen auftreten. Fuhrmann betonte daher, wie wichtig es sei, die TI zu modernisieren: »Dafür müssen wir noch mal an die Grundfesten der Telematik-Infrastruktur rangehen. Und dazu sind die Gesellschafter auch bereit.«

Die Gematik bemühe sich außerdem, einen guten Workflow für die Nutzung des eMP zu etablieren. Florian Fuhrmann wünschte sich, dass künftig alle Patienten in der Lage sind, selbst ihre ePA zu nutzen. Auch damit eine in die ePA integrierte elektronische Ersteinschätzung funktionieren kann. »In der Steuerung der Versicherten steckt so viel Potenzial, um die Qualität zu verbessern und die Kosten in den Griff zu kriegen. Es ist unsere Aufgabe, zu überlegen, welche digitalen Tools und Kommunikationswege wir brauchen. Und wir müssen überlegen, wie wir die Patientenakte so gestalten können, dass alle Leistungserbringer möglichst gut arbeiten können«, so der Gematik-Chef.

Ina Lucas betonte, dass der eMP zu echten Verbesserungen im Versorgungsalltag führen müsse. »Das sind alles super Ideen. Aber wenn die Anwendungen nicht genutzt werden, weil sie nicht convenient sind, dann bleiben es nur Ideen«, so die ABDA-Vizepräsidentin. Pia Wülfing ergänzte, dass es aktuell viel Frustration gebe: »So viele technische Innovationen haben im Roll-out nicht gut geklappt. Deshalb gibt es in meinem Berufsstand keine positive Grundhaltung.« Neue digitale Anwendungen müssten praktikabel sein und den Arbeitsalltag erleichtern, um von den Leistungserbringern akzeptiert zu werden.

Wann ist der eMP erfolgreich?

Doch wie sieht die Gesundheitsversorgung aus, wenn die ePA und der eMP wirklich ein Erfolg werden? Pia Wülfing hatte eine klare Vorstellung: »Wenn in der Sprechstunde alles klar ist und ich sofort auf Knopfdruck sehen kann, was der Patient nimmt. Der eMP muss gepflegt werden und nicht nur ein Datensatz vom letzten Jahr sein. Das wäre mein Traumszenario«, sagte die Ärztin.

Florian Fuhrmann hoffte, dass sich der eMP messbar auf die Anzahl von Fehlmedikationen und Komplikationen auswirken wird. »Wir haben pro Jahr 20.000 bis 25.000 Todesfälle aufgrund von Fehlmedikationen. Wenn diese Zahlen signifikant runtergehen, dann sind wir auf dem richtigen Weg«, so der Gematik-Geschäftsführer.

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