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Metamizol
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Zurück in die Selbstmedikation?

Zurück in die Zukunft? Bis 1987 war Metamizol rezeptfrei erhältlich. Ob es an der Zeit ist, diesen Status wiederherzustellen, diskutierten ein Arzt, ein Apotheker und ein Wirtschaftsökonom auf der Expopharm. Gegenwind für einen OTC-Switch kam dabei kaum auf.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 21.09.2026  14:00 Uhr

Mehr als eine Sicherheitsdebatte

Der Gesundheitsökonom Professor Dr. Uwe May plädierte dafür, die Diskussion nicht ausschließlich auf pharmakologische Risiken zu verengen, sondern auch den Nutzen für die Versorgung in den Blick zu nehmen. Er verwies auf die gewachsene Rolle der Apotheken in der Arzneimittelversorgung sowie auf die positiven Erfahrungen mit früheren OTC-Switches, etwa bei Triptanen oder der »Pille danach«.

Apotheker hätten in den vergangenen Jahren wiederholt gezeigt, dass sie zusätzliche Verantwortung übernehmen und Patienten auch bei anspruchsvolleren Therapien sicher begleiten können.

Rezeptfrei bedeutet nicht risikofrei

Dr. Christian Ude, Inhaber der Stern-Apotheke in Darmstadt, warnte zudem davor, rezeptfreie Arzneimittel automatisch als »harmlos« und verschreibungspflichtige Präparate als »gefährlich« einzustufen. »Wir könnten jetzt Dutzende verschreibungsfreie Arzneimittel aufzählen, die sehr wohl ihre Probleme und Nebenwirkungen haben – aber auch die kommunizieren wir entsprechend und bekommen sie gehändelt«, sagte der Apotheker.

Ude wies außerdem darauf hin, dass der Gesetzgeber von den Apotheken geradezu erwarte, ihre heilberufliche Kompetenz stärker einzubringen. Er bezog sich dabei unter anderem auf die neuen Paragrafen 48a und 48b im Arzneimittelgesetz, die Apothekern erlauben, bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel unter definierten Voraussetzungen ohne Rezept abzugeben. »Ich würde mir jedoch wünschen, dass neben §48a der Weg des OTC-Switches nicht vergessen wird. Das sind zwei verschiedene Töpfe, die wir sortieren müssen«, so Ude.

Einig waren sich die Diskutanten darin, dass eine mögliche Überführung von Metamizol in die Selbstmedikation nur mit einer intensiven apothekerlichen Beratung denkbar wäre. Jeder Patient müsse über das Agranulozytose-Risiko aufgeklärt werden. »Dazu gehört, die Symptome zu kennen und zu wissen, was dann zu tun ist«, so Ude. Rückenwind erhielt er von Herdegen: »Ich weiß, Sie Apotheker können das. Zu Metamizol kann exzellent beraten werden – wie zu Ihren anderen Produkten auch.«

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