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KRAS im Visier
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Vom Problemfall zum Hoffnungsträger

KRAS ist ein wichtiges Onkogen, das jedoch lange als therapeutisch unzugänglich galt. Das ändert sich gerade grundlegend, wie mehrere Beiträge beim ESMO-Jahreskongress in Madrid zeigen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 03.11.2026  11:00 Uhr

Nahezu 40.000 Forschende und Kliniker reisten zwischen dem 23. und 27. Oktober 2026 nach Madrid, um sich auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2026 über Innovationen im Bereich der Krebstherapie zu informieren. Sie bekamen in mehreren Vorträgen spannende neue Ergebnisse zu KRAS-Inhibitoren präsentiert. Insbesondere bei Lungen- und Pankreaskarzinomen eröffnen die neuen Substanzen weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Das kleine GTP-bindende Protein KRAS gehört zu den wichtigsten molekularen Schaltern der Zellproliferation und ist bei zahlreichen Tumorerkrankungen durch Mutationen dauerhaft aktiviert. Mit Sotorasib und Adagrasib gelang erstmals die pharmakologische Hemmung der KRAS-G12C-Mutante. Sotorasib ist in der EU zugelassen, Adagrasib noch nicht.

Für besonderes Aufsehen beim ESMO sorgte die Phase-III-Studie Krascendo 1 mit dem KRAS-G12C-Inhibitor der nächsten Generation Divarasib von Roche. In der Studie wurde Divarasib direkt mit Sotorasib und Adagrasib verglichen. An der randomisierten Studie nahmen 338 Patienten mit vorbehandeltem, fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) teil.

Die Daten zeigen, dass Divarasib das mediane progressionsfreie Überleben von 5,7 auf 9,8 Monate verlängerte. Die objektive Ansprechrate stieg von 32,3 auf 58,4 Prozent. Beim Gesamtüberleben ergab sich ein deutlicher Vorteil für Divarasib: Die Patienten lebten unter dieser Therapie im Median etwa 18 Monate, gegenüber rund zwölf Monaten unter den bisherigen KRAS-Inhibitoren. Das Sterberisiko war relativ um 44 Prozent reduziert. Gleichzeitig traten schwere therapiebedingte Nebenwirkungen seltener auf (25 gegenüber 35 Prozent).

Auch bei der Erstlinientherapie KRAS-G12C-mutierter Lungenkarzinome zeichnen sich Fortschritte ab. Eli Lilly präsentierte aktualisierte Ergebnisse für Olomorasib in Kombination mit Pembrolizumab, mit oder ohne Chemotherapie. In einer Kohorte von 77 Patienten erreichte die Kombination mit Chemoimmuntherapie eine objektive Ansprechrate von 62 Prozent und ein medianes progressionsfreies Überleben von 11,6 Monaten.

Die Kombination ohne Chemotherapie zeigte ebenfalls anhaltende Aktivität. Eine Einschränkung ist jedoch, dass diese Ergebnisse bislang aus nicht randomisierten Untersuchungen stammen. Ob Olomorasib die etablierte Erstlinientherapie verbessert, müssen laufende Phase-III-Studien zeigen.

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