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KRAS im Visier
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Vom Problemfall zum Hoffnungsträger

KRAS ist ein wichtiges Onkogen, das jedoch lange als therapeutisch unzugänglich galt. Das ändert sich gerade grundlegend, wie mehrere Beiträge beim ESMO-Jahreskongress in Madrid zeigen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 03.11.2026  11:00 Uhr

KRAS-Inhibition beim Pankreaskarzinom

Die Entwicklung geht mittlerweile auch über die G12C-Mutation hinaus. Gerade beim Pankreaskarzinom, bei dem G12D und G12V wesentlich häufiger vorkommen, könnte die breitere RAS-Hemmung einen erheblichen therapeutischen Fortschritt bedeuten.

Das Unternehmen Incyte präsentierte frühe klinische Ergebnisse seines selektiven KRAS-G12D-Inhibitors INCB161734. In Kombination mit einem modifizierten FOLFIRINOX-Chemotherapie-Regime wurden bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom bestätigte und noch nicht bestätigte Ansprechraten von bis zu 89 Prozent berichtet. Unter Kombination mit Gemcitabin und nab-Paclitaxel lagen die entsprechenden Werte bei bis zu 69 Prozent. Diese außergewöhnlich hohen Ansprechraten sind jedoch wegen der kleinen Patientenzahlen und des frühen Entwicklungsstadiums vorsichtig zu interpretieren. Eine randomisierte Phase-III-Studie soll die Ergebnisse überprüfen.

Einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt stellt Daraxonrasib von Revolution Medicines dar. Anders als mutationsspezifische Inhibitoren richtet sich dieser Wirkstoff gegen mehrere aktive RAS-Varianten. Er stabilisiert einen Komplex mit dem GTP-gebundenen RAS-Protein und blockiert dadurch dessen Interaktion mit nachgeschalteten Effektoren.

In der Phase-III-Studie RASolute 302 verlängerte Daraxonrasib bei vorbehandeltem metastasiertem Pankreaskarzinom das mediane Gesamtüberleben gegenüber einer Standardchemotherapie von 6,7 auf 13,2 Monate. Das mediane progressionsfreie Überleben stieg von 3,6 auf 7,2 Monate. Auf dem ESMO wurden ergänzende Subgruppenanalysen vorgestellt, die einen Überlebensvorteil unter anderem bei KRAS-G12D- und KRAS-G12V-mutierten Tumoren zeigten. Die entscheidenden Phase-III-Ergebnisse waren allerdings bereits vor dem Kongress publiziert worden.

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