| Cornelia Dölger |
| 21.07.2026 12:05 Uhr |
Ob Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) als Ressortchefin entbehrlich ist oder nicht, wird sich am 29. Juli zeigen, wenn über die Spahn-Nachfolge entschieden wird. Warkens Name kursiert jedenfalls – sie ist die einzige Frau auf der Kandidatenliste für die Spahn-Nachfolge. Auch als mögliche neue Kanzleramtschefin wird sie erwähnt, sollte Frei an die Fraktionsspitze wechseln.
Gerade darauf zielen die Frauen beim Koalitionspartner SPD ab. Die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Frauen, Carmen Wegge, sagte dem »Focus«, dass sie sich mehr Frauen im Koalitionsausschuss wünsche. Warken wäre als Fraktionschefin wie auch als Kanzleramtschefin mit am Verhandlungstisch – wo bislang als einzige Frau Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas sitzt. »Als SPD-Frauen sind wir der Meinung, dass der Koalitionsausschuss definitiv noch mindestens eine Frau mehr gebrauchen kann. Wir begrüßen, wenn Nina Warken dafür bereitsteht«, so Wegge zu dem Nachrichtenmagazin.
Dass sie obendrein die einzige Ministerin ist, die vor der Sommerpause eine Reform größtenteils abgeschlossen hat, ist ein weiteres, für die Union womöglich politisch wichtigeres Alleinstellungsmerkmal. Warken gilt als gute Managerin, hat den ersten Teil der GKV-Reform unter Dach und Fach gebracht und geht derzeit die Pflegereform an.
Dass sie sich in ihrem Amt inzwischen zurechtgefunden hat und dafür auch Anerkennung bekommt, betonte auch »Bild«-Journalist Paul Ronzheimer im Frühjahr im PZ-Talk Alex’ Doppelte Dosis: »Sie wird jetzt im Kabinett besser angesehen als am Anfang und hat die Reformen gut umgesetzt. Die Einzige, die das relativ lautlos irgendwie geschafft hat, ist Warken. Sie hat es als einzige Ministerin geschafft, etwas auf den Weg zu bringen.«
Ob sie angesichts der Großprojekte ihr Haus verlassen sollte, ist also fraglich. Für Apotheken ist Warken eine deutlich zuverlässigere Ansprechpartnerin als zum Beispiel ihr Amtsvorgänger Karl Lauterbach.
Für Warken als Fraktionschefin sprechen im Grunde dieselben Argumente. Denn Mammutreformen wie Gesundheit und Pflege auf den Weg zu bringen, zeugt von Zielstrebigkeit und Durchsetzungskraft – Tugenden, die an der Fraktionsspitze unabkömmlich sind. Für sie als neue Fraktionsvorsitzende spricht auch, dass sie als ehemalige Parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsbundestagsfraktion die Fraktionsarbeit gut kennt.
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