Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Debatte um Spahn-Nachfolge
-
Wie entbehrlich ist Ministerin Warken?

Nach dem Rücktritt von Jens Spahn braucht die Unionsfraktion schnell eine neue Führung, damit die anstehenden Landtagswahlen nicht von Personalfragen überlagert werden. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird gehandelt. Ihre Reformarbeit empfiehlt sie – und macht sie gleichzeitig schwer verzichtbar.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 21.07.2026  12:05 Uhr

Seit gut eineinhalb Wochen hat der Bundestag Sommerpause, aber für die Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin des zurückgetretenen Jens Spahn müssen die Unionsabgeordneten ihren Urlaub unterbrechen. Für den 29. Juli luden gestern der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger, sowie CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann zur Fraktionssitzung nach Berlin ein.

Die Fraktion soll in die Frage, wer auf Jens Spahn an der Spitze folgt, rasch eingebunden werden – zu lange soll die Personallücke nicht klaffen, denn im September stehen wichtige Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an. Hinzu kommt, dass bei der Gelegenheit womöglich ein größerer Regierungsumbau bevorsteht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte im ZDF-Sommerinterview mögliche Rochaden zumindest angedeutet.

So käme es, wenn jemand aus dem Bundeskabinett Spahn nachfolgen würde. Die kursierenden Namen dafür lauten Thorsten Frei, Nina Warken und Alexander Dobrindt. Auch Generalsekretär Carsten Linnemann und Fraktionsvize Günter Krings, der die mächtige Landesgruppe Nordrhein-Westfalen anführt, werden genannt. Ihr Einsatz hätte aber keine Folgen für die Zusammensetzung des Bundeskabinetts.

Die Bedeutung der Mehrheitsbeschaffung

Als einer der wahrscheinlichsten Kandidaten gilt Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU), ein Merz-Vertrauter, der nach der Bundestagswahl 2025 bereits für den Fraktionsvorsitz gehandelt wurde, am Ende aber in den unmittelbaren Dunstkreis des Kanzlers trat. Er ist seitdem dessen rechte Hand, berät ihn, koordiniert die Regierungsarbeit, pflegt die Kontakte zu den Abgeordneten. Frei ist in der Fraktion beliebt und gilt als fleißig und loyal, nicht aber als der ausgewiesene Mehrheitsbeschaffer – was für den Fraktionsvorsitz allerdings entscheidend ist.

Dass CSU-Innenminister Alexander Dobrindt als Spahn-Nachfolger Thema ist, schmeichelt der Schwesterpartei, ist aber ein wenig wahrscheinliches Szenario. Kaum vorstellbar, dass die CDU den Bayern den Chefposten in der gemeinsamen Fraktion überlassen würde. Zudem sei Dobrindt als Innenminister gar nicht entbehrlich, entgegnet die CSU den Spekulationen.

Mehr von Avoxa