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Nach Rossmann-Vorstoß
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dm plant keinen Rx-Versand – vorerst

Rossmann will zum Jahresende in den Arzneimittelversandhandel einsteigen und nimmt von Anfang an Rx mit ins Portfolio. Konkurrent dm verschickt seit Ende vergangenen Jahres OTC und will vorerst bei seiner Geschäftspolitik bleiben, hält sich aber alles offen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 20.07.2026  15:00 Uhr

Nachdem schon länger gemunkelt wurde, dass sich auch Rossmann mit Versandplänen trage, hatte der Einzelhändler vor Kurzem die Katze aus dem Sack gelassen. Bereits zum Jahresende will er über seine Onlineapotheke in den Niederlanden Arzneimittel versenden und steigt dabei direkt ins Rx-Geschäft ein. Man werde dafür den »zulässigen rechtlichen und regulatorischen Rahmen« schaffen, ließ er wissen. Inzwischen sucht man bereits pharmazeutisches Personal für die Apotheke im niederländischen Emmen im Grenzgebiet zu Niedersachsen.

Sein Konkurrent aus Karlsruhe nimmt den Rossmann-Vorstoß in puncto Rx-Versand nach eigenen Angaben nicht als Blaupause für eine Geschäftserweiterung – zumindest vorerst nicht. »Wir planen derzeit keinen Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten«, ließ Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer Marketing und Beschaffung, die PZ wissen.

Wie lange dieses Bekenntnis hält, wird sich zeigen, zumal auch weitere Einzelhandelsketten längst Versandabsichten hegen. Vorerst will sich dm aber strategisch abgrenzen. Man beschränke sich auf den Bereich, in dem Kunden selbst eine Kaufentscheidung treffen – also bei rezeptfreien Arzneimitteln, so Bayer. »Die Entscheidung, welches Medikament eingesetzt werden sollte, treffen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Bei rezeptfreien Arzneimitteln entscheiden hingegen die Kundinnen und Kunden selbst, weshalb hier auch unsere händlerische Expertise zum Tragen kommt.«

Gleichzeitig kündigte Bayer an: »Künftige Marktentwicklungen werden wir beobachten und unsere Strategien entsprechend überprüfen.«

Rossmann-Apotheke in Emmen

Auch dm-Geschäftsführer Christoph Werner zieht bislang bei Rx eine Grenze. Dort gehe es »nicht um eine Auswahl des Patienten, sondern um die Einlösung eines Rezeptes. Das ist eine andere Logik«, so Werner im vergangenen Herbst im PZ-Interview. Gleichzeitig sprach er sich an anderer Stelle durchaus für eine Marktliberalisierung aus.

dm hatte mit seinen Versandplänen lange kokettiert, launchte im vergangenen Sommer dann zunächst Gesundheitsdienstleistungen in ausgewählten Märkten und startete den OTC-Versand im Dezember. Die dm-Apotheke hat ihren Sitz im tschechischen Bor. Aus Tschechien ist ein Rx-Versand nicht zulässig.

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