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Kürzere Tage, kältere Luft
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Wie der Herbst im Körper wirkt

Mit dem Herbstanfang werden die Tage deutlich kürzer. Das veränderte Licht und sinkende Temperaturen beeinflussen auch unseren Alltag. Fünf Behauptungen über typische Herbstbeschwerden – und was die Wissenschaft dazu herausgefunden hat.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 17.09.2026  10:55 Uhr

Kein allgemeiner Stimmungsabfall in der Bevölkerung

Wenn die Tage kürzer werden, kann bei manchen Menschen ab Herbst ein Winterblues beginnen. Eine Studie mit Menschen, die an einer Winterdepression litten, zeigte: Die Beschwerden nahmen ab September zu und erreichten im Januar und Februar ihren Höhepunkt. Veränderungen bei Schlaf, Appetit und Energie traten dabei häufig früher auf als die Stimmungsschwankungen.

Wichtig: An der Studie nahmen nur Menschen mit einer Winterdepression teil. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht auf eine vorübergehende Herbstmüdigkeit oder ein Stimmungstief übertragen. Für eine saisonale Depression gibt es zwar wissenschaftliche Hinweise. Einen allgemeinen Stimmungsabfall in der Bevölkerung während der Herbst- und Wintermonate belegt die Forschung jedoch nicht. Eine systematische Auswertung von 41 Studien konnte keinen regelmäßigen jahreszeitlichen Wechsel hin zu schlechterer Stimmung und mehr psychischen Beschwerden bestätigen.

Die Frage nach der Vitamin-D-Substitution

Vitamin D ist wichtig für Knochen, Muskeln und verschiedene Körperfunktionen. Der Körper bildet es mit Hilfe von UV-B-Strahlung in der Haut. In Deutschland ist diese Bildung im Winter wegen der geringeren Sonnenintensität und der kürzeren Tage erschwert. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch automatisch einen Vitamin-D-Mangel entwickelt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Vitamin-D-Präparate vor allem jenen Menschen, die sich nur selten im Freien aufhalten oder ein erhöhtes Mangelrisiko haben. Dazu zählen unter anderem ältere und wenig mobile Menschen, Säuglinge sowie Menschen mit dunkler Haut. Für gesunde Erwachsene ist eine pauschale Einnahme demnach nicht grundsätzlich ratsam. Ob ein Präparat nötig ist, hängt vom individuellen Risiko und gegebenenfalls vom jeweiligen Vitamin-D-Spiegel ab.

Die medizinische Fachgesellschaft Endocrine Society empfiehlt in ihren Richtlinien gesunden Erwachsenen unter 75 Jahren keine regelmäßige Einnahme von Vitamin D allein zur Vorbeugung von Krankheiten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt sogar vor hohen Einzelmengen, die in größeren Abständen eingenommen werden.

Wer zu einer Risikogruppe gehört oder einen Vitamin-D-Mangel vermutet, sollte die Einnahme mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Auch in vielen Apotheken kann man seinen Vitamin-D-Spiegel bestimmen lassen. Ist dieser zu niedrig, sollte in angemessener Dosierung substituiert werden.

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