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Was wirkt gegen biologisches Altern?

Die Frage, ob sich biologisches Altern gezielt verlangsamen lässt, ist längst von einem Randthema der Anti-Aging-Medizin in die biomedizinische Forschung gerückt. Eine aktuelle, prominent publizierte Analyse liefert nun Hinweise darauf, welche Interventionen tatsächlich messbare Veränderungen von Biomarkern des Alterns hervorrufen und welche bislang wenig überzeugen.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 22.09.2026  16:20 Uhr

Wie gut sind die analytischen Parameter?

Die Untersuchung liefert auch eine wichtige Erkenntnis über die Qualität der Messparameter selbst. Nicht jede epigenetische Uhr scheint für Interventionsstudien gleichermaßen geeignet zu sein. Neuere Marker der zweiten Generation wie DunedinPACE, PCGrimAge und SystemsAge reagierten wesentlich konsistenter als ältere Uhren, die vor allem das chronologische Alter aus DNA-Methylierungsmustern rekonstruieren. DunedinPACE erwies sich als besonders sensitiv, während PCGrimAge besonders konsistente statistische Signale lieferte. Die Autoren schlagen deshalb vor, solche neueren Marker bei künftigen klinischen Studien stärker zu berücksichtigen.

Für die Interpretation ist jedoch ein weiterer Befund entscheidend. Denn bei Menschen mit Erkrankungen reagierten viele Biomarker deutlich stärker auf Interventionen als bei gesunden Probanden. In den 41 Studien, in denen gesunde Teilnehmer eingeschlossen waren, waren die Effekte wesentlich schwächer ausgeprägt. Nach Korrektur für multiples Testen blieb dort keiner der untersuchten Effekte statistisch signifikant. Das relativiert insbesondere die Übertragung der Ergebnisse auf gesunde Menschen, die durch Medikamente oder Supplemente ihr Altern verlangsamen möchten.

Damit ist die Studie kein Beleg dafür, dass beispielsweise Metformin, Semaglutid oder andere Arzneimittel als Anti-Aging-Medikamente bei Gesunden eingesetzt werden sollten. Ebenso wenig beweist eine Veränderung einer epigenetischen Uhr, dass eine Intervention die Lebensspanne oder die gesunde Lebenszeit verlängert.

Genau hier liegt die zentrale offene Frage. Denn noch ist nicht geklärt, ob kurzfristige Veränderungen der DNA-Methylierungsmarker tatsächlich langfristig weniger Erkrankungen, mehr gesunde Lebenszeit (Healthspan) oder eine höhere Lebenserwartung (Lifespan) bedeuten. Zudem waren die ausgewerteten Studien hinsichtlich Population, Dauer, Größe und Studiendesign ausgesprochen heterogen. Und ein klinisch relevanter Mindestunterschied für epigenetische Uhren ist bislang ebenfalls noch nicht definiert.

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