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Gelenkverschleiß aufhalten
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Was Nahrungsergänzung bei Arthrose bewirkt

Arthrose ist häufig und sehr belastend. Viele Patienten versuchen, mit Nahrungsergänzungsmitteln dem Verschleiß entgegenzuwirken und die Beweglichkeit zu erhalten. Was bewirken Produkte mit Glucosamin, Chondroitinsulfat, Kollagen oder Curcuma? Das sagt die Datenlage.
AutorKontaktCarolin Kühnast
Datum 04.09.2026  16:20 Uhr

Evidenz zu Glucosamin und Chondroitinsulfat

Glucosamin und Chondroitinsulfat gehören zu den »Symptomatic Slow-Acting Drugs in Osteoarthritis« (SYSADOA) und kommen natürlicherweise im Gelenk, vor allem im Knorpel, vor. Die Studienlage zur Supplementierung bei Arthrose ist uneinheitlich, und eine chondroprotektive Wirkung ist aktuell nicht umfassend belegt. Bei der Abgabe in der Apotheke ist darauf hinzuweisen, dass ein möglicher Effekt frühestens nach ein bis zwei Monaten zu erwarten ist. Studien deuten darauf hin, dass eine kombinierte Einnahme von Glucosamin und Chondroitinsulfat bei mittelschweren bis schweren Schmerzen ein besseres Ansprechen zeigt als bei Patienten mit leichten Beschwerden.

In der aktuellen S3-Leitlinie »Prävention und Therapie der Gonarthrose« wird Glucosamin aufgrund mangelhafter Wirksamkeitsbelege nicht zur Therapie empfohlen. Glucosamin gibt es als NEM und auch als apothekenpflichtiges Arzneimittel. Letztere sind zur Linderung von Symptomen leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks zugelassen und werden in der Regel gut vertragen. Es wird meist aus Chitin von Krustentieren gewonnen, weshalb Betroffene mit Schalentierallergie ein Präparat nicht tierischen Ursprungs nehmen sollten. Bei Glucosamin ist außerdem zu beachten, dass es den Blutzucker- und Fettstoffwechsel beeinflussen kann. Das ist besonders für Menschen mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen relevant. Auf eine mögliche Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten und Tetracyclinen ist hinzuweisen.

In einer auf 26 Studien basierenden Untersuchung aus der Schweiz zeigte sich durch Chondroitinsulfat eine Reduktion von Schmerzen und Funktionseinschränkungen innerhalb von sechs Monaten Einnahmezeit; später war dieser Effekt jedoch nicht mehr so stark ausgeprägt. Chondroitinsulfat ist in Deutschland nur als NEM auf dem Markt. Im Gegensatz dazu gibt es in der Schweiz apothekenpflichtige Präparate, die sogar in bestimmten Fällen von den Krankenkassen bezahlt werden. Die dort vertriebenen Arzneimittel enthalten 400 mg oder 800 mg des Wirkstoffs und werden ein- bis zweimal täglich eingenommen. Als häufigste Nebenwirkungen werden Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen genannt.

Auch Kollagen ist ein Bestandteil des Gelenkknorpels. Die Studienlage bezüglich der Wirksamkeit von oral verabreichten Kollagenpeptiden beziehungsweise einzelner Aminosäuren, aus denen Kollagen zusammengesetzt ist, ist ebenfalls uneindeutig. Einige kleinere und teils herstellerfinanzierte Studien zeigen geringe bis moderate Effekte. Erschwert wird die Bewertung durch die breite Masse an NEM verschiedener Arten von Kollagen, die sich auf dem Markt befinden. Das Gleiche gilt für Hyaluronsäure, die oral eingenommen wird.

NEM mit Curcuma-Extrakt beziehungsweise Curcumin zeigen antientzündliche Eigenschaften und können bei Symptomen in Zusammenhang mit Arthrose helfen. In Studien wurde teilweise die Wirkung gegenüber Placebo und auch gegenüber NSAR verglichen. Auch wenn Hinweise zur Wirksamkeit aus Studien durchaus vorhanden sind, reichen deren Qualität und Menge bislang nicht aus, um eine ausreichende Evidenz zu gewährleisten. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) in einer Stellungnahme aus 2026 zur Anwendung von Curcuma und Curcumin bei Arthrose. Die Datenlage reicht derzeit noch nicht für eine Empfehlung aus. Die DGRh spricht sich jedoch für Curcuma in der Ernährung als natürliches Gewürz aus, falls die Betroffenen dennoch einen Versuch starten möchten. Für MSM (Methylsulfonylmethan) und Weihrauch-Extrakt kann aufgrund mangelnder Evidenz und des Fehlens groß angelegter Studien derzeit keine Empfehlung ausgesprochen werden.

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