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Diabetespatienten
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Was im Alter zu beachten ist

Polymedikation, Multimorbidität, körperliche und geistige Einschränkungen sowie ein erhöhtes Sturzrisiko sind Faktoren, die bei der Therapie von alten Menschen mit Diabetes mellitus zu berücksichtigen sind. Die Vermeidung von Hypoglykämien und der Erhalt der Lebensqualität stehen im Fokus, auch in der pharmazeutischen Beratung.
AutorKontaktKatja Renner
Datum 11.04.2024  07:00 Uhr

Nährstoffe und Vitamine ergänzen?

Diabetespatienten entwickeln generell häufiger einen Vitamin-B12-Mangel, besonders unter lang andauernder Metformin-Therapie. B-Vitamine sind wichtig für neurologische Funktionen, insbesondere auch, wenn bereits neuropathische Schädigungen bestehen. Zusätzlich problematisch ist, dass viele ältere Menschen mit Polymedikation dauerhaft Protonenpumpenhemmer (PPI) einnehmen. Die geringere Magensäuresekretion verschlechtert die Bioverfügbarkeit von Calcium, Eisen und Vitamin B12.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb älteren Menschen, den Vitamin-B12-Status von Zeit zu Zeit überprüfen zu lassen. Bei zu niedrigem Spiegel steigen die Homocystein-Spiegel, die als Risikomarker für Herzerkrankungen und Schlaganfälle gelten. Wird ein Mangel diagnostiziert, sollte Vitamin B12 entweder mit hoch dosierten oralen Präparaten oder per subkutaner Injektion zugeführt werden. Niedrig dosierte Komplexpräparate sind eher nicht geeignet.

Ein weiteres wichtiges Vitamin für Ältere und Hochbetagte ist Vitamin D. Für diese Personengruppe gibt es eine generelle Empfehlung zur Substitution von 1000 I.E. pro Tag. Da alte Menschen nur noch eine geringe eigene Syntheseleistung aufweisen und die Umwandlung von Cholecalciferol zur aktiven Form Calcitriol in der Niere vermindert ist, sind auch Dosierungen von 2000 I.E. täglich oder die einmal wöchentliche oder zweiwöchentliche Gabe von 20.000 I.E. üblich. Über die Ernährung lässt sich die nötige Zufuhr nur schwer abdecken, da Vitamin D vorwiegend in fettem Seefisch vorkommt.

Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, das bei Diabetes weiter steigt. Menschen mit Typ 1 haben eher eine geringere Knochendichte und sind daher anfälliger für Frakturen. Generell besteht unter Hypoglykämien ein erhöhtes Sturzrisiko, sodass die Knochengesundheit ein wichtiges Thema ist. Außerdem ist Vitamin D an der Calcium-Regulation in Knochenstoffwechsel und Blut beteiligt. Ein Vitamin-D-Mangel begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Deshalb ist es sinnvoll, in der Apotheke nach der Zusammensetzung der täglichen Mahlzeiten zu fragen. Daraus lässt sich ableiten, ob auch weitere Mikronährstoffe, zum Beispiel Jod, Magnesium oder Folsäure, fehlen könnten.

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