| Lukas Brockfeld |
| 28.07.2026 13:35 Uhr |
Nina Warken ließ sich die Altstadt-Apotheke in Magdeburg zeigen. / © PZ/Brockfeld
Am 6. September finden die wichtigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt statt. Wohl auch deshalb machte sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) trotz des personellen Chaos in der Bundesregierung am Dienstagmorgen nach Magdeburg auf, um gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) das Medizinische Versorgungszentrum »Im Altstadtquartier« zu besuchen. Außerdem tauschte sie sich mit dem Ministerpräsidenten über die Gesundheitswirtschaft in Sachsen-Anhalt aus.
Am Mittwoch soll Warken die Leitung des Bundeskanzleramts übernehmen. Ihr Nachfolger im Bundesgesundheitsministerium wird der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann.
An ihrem letzten Tag als Gesundheitsministerin ließ sich Warken die Arbeit des MVZ erklären. Dabei stattete sie auch der Altstadt Apotheke auf dem Areal des MVZ einen Besuch ab. Die Ministerin bezeichnete die Zusammenarbeit der Apotheke mit der Ärzteschaft als wunderbar. »So wollen wir das. Deswegen haben wir die Apotheken gestärkt und großen Wert darauf gelegt, dass wir künftig Primärversorgung als Teamarbeit sehen. Mit Apothekern, mit Ärzten und mit weiteren Berufsgruppen«, sagte Warken.
Die Ministerin hob noch einmal die grundsätzliche Bedeutung der Apotheken hervor. »Wir brauchen Apotheken, die selbst ein leistungsfähiges Labor haben, die selbst versorgen können und kurze Wege haben«, so Warken. Die Zusammenarbeit der Professionen im MVZ sei beispielhaft, insbesondere da die Patientinnen und Patienten hier viele Versorgungsangebote fänden und auf ihrem Weg durch das Gesundheitssystem nicht allein gelassen würden.
Im Anschluss reiste Warken weiter nach Halle, um dort das Unternehmen »Wacker Biotech« und den »Technologiepark Weinberg Campus« zu besuchen.
Gemeinsam mit Sven Schulze trat Nina Warken wohl zum letzten Mal als Gesundheitsministerin vor die Presse. / © PZ/Brockfeld
Der sich mitten im Wahlkampf befindende Sven Schulze ließ es sich nicht nehmen, sich zur Entlassung des aus Sachsen-Anhalt stammenden Staatssekretärs Tino Sorge zu äußern. »Ich danke Tino Sorge für seine Arbeit. Das kam für uns überraschend, wenn ich ehrlich bin. Ich sehe Tino Sorge auch in Zukunft in wichtiger Funktion in der Politik, da ich seine Arbeit sehr schätze. Aber es ist die Aufgabe des Bundeskanzlers und der zuständigen Fachminister, zu entscheiden, wer im jeweiligen Ressort Staatssekretär ist«, sagte der Ministerpräsident.
Er habe genau wie Sorge nicht vorab von der Personalentscheidung von Friedrich Merz erfahren. Auf die Frage, wie er den Stil des Kanzlers bewerte, sagte der Ministerpräsident nur: »Darum geht es mir jetzt gar nicht. Die Entscheidung ist gefallen, und man kann sie jetzt nicht rückgängig machen.«
Der Christdemokrat klagte, dass es aktuell sehr schwierig sei, mit landespolitischen Themen zu den Menschen durchzudringen, da es permanent neue Nachrichten aus Berlin gebe. »Deswegen bin ich froh, dass das abgeschlossen ist. Ich denke, dass die neuen Personalbesetzungen Sinn ergeben«, so Schulze.
Mit der Entlassung von Tino Sorge sei Sachsen-Anhalt nicht mehr im Kabinett vertreten. Deshalb sprach sich Schulze dafür aus, dass Silke Renk-Lange den Posten der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt bekommt. Die Olympiasiegerin im Speerwerfen ist aktuell Präsidentin des Landessportbundes. »Das wäre ein Name, der bei uns in Ostdeutschland Anklang fände«, sagte der Ministerpräsident.