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PhiP im HV

Selbstmedikation bei Nagelpilz

Lacke gegen Nagelpilz

Zur Selbstmedikation stehen antimykotische Nagellacke zur Verfügung. Bei der Beratung ist es hilfreich, zwischen wasserlöslichen und -unlöslichen Lacken zu differenzieren. Letztere enthalten die Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox und bilden nach dem Auftragen und der Verdunstung des Lösungsmittels eine wasserfeste Schicht mit einer okklusiven Wirkung, was die Penetration des Wirkstoffs in die Nagelsubstanz fördert. Die verdickte Nagelplatte wird vor dem Lackieren mit einer Einmalfeile angeraut, älterer Lack gegebenenfalls mit Alkoholtupfern oder Nagellackentferner entfernt und der Wirkstofflack erneuert. Die Anwendungshäufigkeit ist präparateabhängig und variiert von einmal täglich bis hin zu einmal wöchentlich.

Die Wirkstoffe Ciclopirox und Terbinafin gibt es auch in wasserlöslichen Lackzubereitungen. Diese enthalten zusätzlich Hydroxypropylchitosan (HPCH), welches an das Nagelkreatin bindet und den Wirkstoff in den Nagel transportieren soll. Die Patienten sollen den Lack einmal täglich (Terbinafin später 1x/Woche) auf den Nagel aufpinseln. Am besten abends anwenden, da die Zehen mindestens sechs Stunden lang nicht gewaschen werden dürfen.

Generell sollten Anwender den gesamten Nagel inklusive der seitlichen Nagelränder bepinseln, nicht nur den erkennbar infizierten Bereich. Bei einigen Produkten sollen auch angrenzende Hautpartien behandelt werden. Die erforderliche Therapiedauer hängt von der natürlichen Geschwindigkeit des Nagelwachstums ab. Als Richtwert gilt: Bei einem Befall der Fingernägel liegt der Behandlungszeitraum zwischen drei und sechs Monaten. Sind die Fußnägel betroffen, dauert die Therapie mit circa neun bis zwölf Monaten deutlich länger.

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