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Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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Risiko abschätzen und bewerten

Zu den geplanten neuen pharmazeutischen Dienstleistungen zählt eine »Beratung mit Messungen zu Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus«. Hausärzte machen diese Beratung schon lange – und haben eine eigene Leitlinie dazu geschrieben.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 27.05.2026  16:20 Uhr

»Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention« heißt die entsprechende S3-Leitlinie, die von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) unter Mitarbeit zahlreicher weiterer medizinischer Fachgesellschaften herausgegeben wird. Welche konkreten Empfehlungen sie enthält, stellte einer der Autoren kürzlich beim Internistenkongress vor.

Zunächst stellt sich die Frage, an wen sich das Beratungsangebot richtet. Hierzu gibt es in der Leitlinie »Soll«- und »Sollte«-Empfehlungen. »Wenn Risikofaktoren vorliegen, soll ab einem Alter von 35 Jahren eine Beratung erfolgen«, sagte Dr. Uwe Popert, Allgemeinmediziner aus Kassel. Auch bei Anzeichen für eine erhöhte psychosoziale Belastung, einem niedrigen Bildungsgrad beziehungsweise sozial benachteiligten Menschen sowie wenn der Wunsch danach geäußert wird, soll ein Beratungsgespräch geführt werden.

Wenn einer oder mehrere Risikofaktoren neu festgestellt werden, sollte ebenfalls beraten werden. Hierzu zählen laut der Leitlinie neben klassischen Faktoren wie Bluthochdruck, erhöhten Lipidwerten und Typ-2-Diabetes unter anderem auch ein ausgeprägter Bewegungsmangel, die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung und der (geplante) Beginn einer Behandlung mit Sexualhormonen. Ab dem 50. Lebensjahr sollte auch anlasslos und unabhängig von bekannten Risikofaktoren beraten werden, bei hohem familiärem Risiko auch schon früher (Alter zwischen 18 und 35 Jahren).

Der Kreis der Adressaten des Beratungsangebots ist also sehr groß. Das ist wichtig, weil es dabei auch darum geht, bestimmte Risikofaktoren überhaupt erst zu erkennen. Popert wies auf die familiäre Hypercholesterolämie hin, von der drei von 1000 Menschen betroffen sind und die mit einem stark erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse einhergeht. Betroffene sollten an eine Lipidambulanz verwiesen werden.

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