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FAQ zum Covid-19-Impfstoff

Praktische Fragen (und Antworten) rund um den Biontech-Impfstoff

 Was ist, wenn ich den zweiten Impftermin nach 21 Tagen verpasse? Kann ich die zweite Dosis auch mit einem anderen Impfstoff bekommen? Was ist, wenn ich mich rund um die Impfung mit dem Coronavirus infiziert habe? Und wenn ich schwanger bin? Auf diese und mehr Fragen gibt die US-Behörde CDC Antworten, die wir in einem FAQ zusammengefasst haben. 
Theo Dingermann
18.12.2020  18:00 Uhr

In den USA wird seit knapp einer Woche der mRNA-Impfstoff BNT162b2 von Biontech und Pfizer verimpft. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat bereits einige Antworten zu praktischen Fragen aus der ersten Erfahrung zusammengefasst. Unter dem Titel »Interim Clinical Considerations for Use of Pfizer-Biontech Covid-19 Vaccine« haben die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Hinweise zu bestimmten Aspekten veröffentlicht, die im Zusammenhang mit der Impfung relevant werden können, und die zum Teil über die Fachinformation hinaus gehen.

Diese Hinweise können auch bei Fragen hilfreich sein, die in der Apotheke im Rahmen von Beratungsgesprächen gestellt werden können, denn auch in der EU könnte dieser Impfstoff schon Anfang kommender Woche zugelassen werden. Dann sollen die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember starten, so der letzte Stand. Da das Impfprinzip auf Basis von mRNA völlig neu ist, ist die Unsicherheit vielfach groß. Nur völlige Transparenz mindert diese Unsicherheit und erhöht die Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Das folgende FAQ mit Stand vom 18. Dezember 2020 bezieht sich nur auf den Impfstoff BNT162b2 von Biontech und Pfizer.

Wie genau wird die Impfung verabreicht?

Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer wird in einem Prime-Boost-Regime verimpft. Das heißt, dass eine vollständige Immunisierung aus zwei Dosen á je 30 µg mRNA in einem Volumen von je 0,3 ml besteht.

Diese beiden Dosen werden intramuskulär in den Oberarm im Abstand von drei Wochen verabreicht. Ein zeitlicher Abstand von 17 bis 21 Tagen gilt dabei als ein »normaler« Abstand zwischen den beiden Impfdosen.

Was ist, wenn die zweite Impfdosis früher oder später erfolgt?

Wird die zweite Dosis vor dem Tag 17 nach der ersten Dosis verabreicht, muss diese Impfung nicht wiederholt werden. Vergehen mehr als 21 Tage zwischen der ersten und der zweiten Dosis, sollte die zweite Dosis zum frühestmöglichen Zeitpunkt geimpft werden. Auch in diesem Fall ist eine Wiederholungsimpfung nicht erforderlich.

Kann man mit zwei verschiedenen Impfstoffpräparaten impfen?

Nach dem aktuellen Stand des Wissens ist der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer nicht durch ein anderes Covid-19-Impfstoffprodukt ersetzbar, denn bisher wurde die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfregimes mit gemischten Produkten nicht untersucht. Daher sollten Personen, die eine Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer beginnen, die Impfung auch mit diesem Produkt abschließen.

Werden versehentlich zwei Dosen verschiedener mRNA-Covid-19-Impfstoffprodukte verabreicht, wird allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen, die Impfung mit einer zusätzlichen Dosis eines der beiden Produkte abzuschließen. Diese Empfehlungen könnten aktualisiert werden, sobald weitere Informationen vorliegen oder andere Impfstofftypen zugelassen sind.

Können bei einer Impfung zum Schutz vor Covid-19 auch andere Impfungen wie gegen Tetanus oder Grippe verabreicht werden?

Normalerweise sind beim Einsatz von Totimpfstoffen, zu denen der Biontech/Pfizer-Impfstoff gehört, keine Zeitabstände zu anderen Impfungen einzuhalten, auch nicht zu Impfungen mit einem Lebendimpfstoff wie zum Beispiel der Mumps-Masern-Röteln-Vakzine. Da jedoch bisher keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit hinsichtlich simultan oder zeitnah verabreichter anderer Impfstoffe vorliegen, sollte der Covid-19-Impfstoff zunächst nicht zusammen mit anderen Impfstoffen verabreicht werden.

Eine Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann nach einem Mindestabstand von 14 Tagen vor oder nach der Verabreichung eines anderen Impfstoffs wie der Grippeimpfung erfolgen. Wird versehentlich innerhalb von 14 Tagen nach einer anderen Impfung gegen Covid-19 geimpft, muss mit keinem der beiden Impfstoffe erneut geimpft werden.

Kann ich mich impfen lassen, wenn ich bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatte oder vermute, mich angesteckt zu haben?

Können sich Personen mit einer akuten oder einer früheren SARS-CoV-2-Infektion impfen lassen?

Daten aus klinischen Studien der Phase II/III deuten darauf hin, dass der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer bei Personen mit Anzeichen einer früheren SARS-CoV-2-Infektion sicher und wahrscheinlich auch wirksam ist. Somit stellt eine vorangegangene symptomatische oder asymptomatische SARS-CoV-2-Infektion keine Kontraindikation für die Impfung dar. Tests zur Feststellung einer akuten SARS-CoV-2-Infektion (per PCR- oder Antigentest) oder Tests zur Feststellung einer früheren Infektion (per Antikörpertest) allein zum Zweck der Impfentscheidung werden nicht empfohlen.

Allerdings sollte die Impfung von Personen mit einer bekannten akuten SARS-CoV-2-Infektion aufgeschoben werden, bis die Person von der Erkrankung genesen ist und die Kriterien für die Aufhebung der Isolierung erfüllt sind. Generell sollte die Impfung bei akuten Infekten mit Fieber verschoben werden.

Da eine Reinfektion mit dem Coronavirus innerhalb von 90 Tagen nach einer ersten Infektion ungewöhnlich ist, können Personen mit einer dokumentierten akuten SARS-CoV-2-Infektion in den vorangegangenen 90 Tagen die Impfung bis kurz vor dem Ende dieses Zeitraums hinauszögern, falls dies gewünscht wird.

Können sich Personen, die zuvor eine passive Antikörpertherapie gegen Covid-19 erhalten haben, impfen lassen?

Derzeit gibt es noch keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer bei Personen, die im Rahmen der Covid-19-Behandlung monoklonale Antikörper oder Rekonvaleszenzplasma erhalten haben.

Aufgrund der geschätzten Halbwertzeit solcher Therapien sowie aufgrund von Hinweisen, dass eine Reinfektion innerhalb von 90 Tagen nach der Erstinfektion ungewöhnlich ist, sollte die Impfung als Vorsichtsmaßnahme bis zum Vorliegen zusätzlicher Informationen um mindestens 90 Tage verschoben werden, um eine Interferenz der Antikörperbehandlung mit der der impfstoffinduzierten Immunantwort zu vermeiden.

Was ist mit Personen, die Kontakt zu SARS-CoV-2-Infizierten hatten?

Zwar liegen derzeit keine Daten zur Anwendung des Covid-19-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zur Postexpositionsprophylaxe vor. Allerdings ist es nach derzeitigem Kenntnisstand unwahrscheinlich, dass die Impfung von Personen nach einer bekannten SARS-CoV-2-Exposition eine wirksame Strategie zur Verhinderung einer Erkrankung darstellt, so die CDC.

Da eine Impfung als Postexpositionsprophylaxe also nicht in Frage kommt, sollten sich Personen mit einer bekannten SARS-CoV-2-Exposition erst nach Ablauf der Quarantänezeit impfen lassen, um eine mögliche Exposition des Gesundheitspersonals und anderer Personen gegenüber SARS-CoV-2 während des Impftermins zu vermeiden.

Was ist bei Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen wie Heimen und Haftanstalten leben, zu beachten?

Für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen des Gesundheitswesens leben wie Langzeitpflegeeinrichtungen, in denen es wiederholt und über lange Zeiträume zu einer Exposition und Übertragung von SARS-CoV-2 kommen kann, können Bewohner auch bei einer bekannten Covid-19-Exposition geimpft werden. Dies soll in Deutschland über mobile Impfteams erfolgen.

Dies gilt auch für Bewohner anderer Gemeinschaftseinrichtungen wie Justizvollzugsanstalten und Haftanstalten oder Obdachlosenunterkünfte mit einer bekannten Covid-19-Exposition, die ebenfalls geimpft werden können, um angesichts des erhöhten Risikos für Ausbrüche in diesen Einrichtungen Verzögerungen und verpasste Gelegenheiten für die Impfung zu vermeiden. Soweit möglich, sollten jedoch Vorkehrungen getroffen werden, um den Kontakt dieser Personen mit anderen Bewohnern oder Mitarbeitern zu begrenzen.

Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit einer Exposition, die auf die Ergebnisse von SARS-CoV-2-Tests warten, können geimpft werden, wenn kein starker Verdacht auf Covid-19 besteht. Wenn zum Beispiel einrichtungsweite Tests durchgeführt werden, weil es in der Einrichtung zu Expositionen gekommen ist, und diese Tests mit einem Zeitraum zusammenfallen, in dem eine Impfaktion geplant ist, können die Personen, bei denen kein starker Verdacht auf Covid-19 besteht, geimpft werden.

Was ist bei der Impfung von besonderen Bevölkerungsgruppen zu beachten und gibt es Kontraindikationen?

Wann ist die Impfung kontraindiziert?

Wenn beim Impfling eine akute, fiebrige Erkrankung vorliegt, sollte die Impfung verschoben werden. Bei Personen unter antikoagulativer Therapie, bei denen eine intramuskuläre Applikation kontraindiziert ist, muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für oder gegen die Impfung vorgenommen werden.

Können sich Personen mit Vorerkrankungen impfen lassen?

Diese Frage wird besonders häufig gestellt. Die Antwort: Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer kann auch Personen mit Grunderkrankungen verabreicht werden, die keine Kontraindikationen für die Impfung aufweisen. Denn gerade Personen mit Vorerkrankungen zählen zu den Risikogruppen und wurden in die klinischen Studien aufgenommen. Die Daten der Phase II/III zeigten ähnliche Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile bei Personen mit einigen Grunderkrankungen, einschließlich solcher, die ein erhöhtes Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung darstellen, wie bei Personen ohne Komorbiditäten.

Können sich immungeschwächte Personen impfen lassen?

Personen mit einer HIV-Infektion, anderen immunsupprimierenden Erkrankungen oder Personen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen oder die sich einer immunsuppressiven Therapie unterziehen, haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für schweres Covid-19. Es liegen derzeit keine Daten vor, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs bei diesen Personengruppen zu belegen. Zwar wurden Personen mit stabiler HIV-Infektion in die klinischen Studien der Phase II/III eingeschlossen. Allerdings sind die Daten für diese Gruppe noch nicht ausgewertet.

Immungeschwächte Personen können trotzdem gegen Covid-19 geimpft werden, wenn keine Kontraindikationen für die Impfung bestehen. Sie sollten jedoch über das unbekannte Sicherheitsprofil und die noch nicht belegte Wirksamkeit des Impfstoffs bei immungeschwächten Bevölkerungsgruppen sowie über das Potenzial für eine reduzierte Immunantwort und die Notwendigkeit, weiterhin alle aktuellen Richtlinien zum Schutz vor Covid-19 zu befolgen, aufgeklärt werden.

Können sich Kinder und Jugendliche impfen lassen?

Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren gehören zu den Personen, für die der Covid-19-Impfstoff gemäß der Notfallzulassung indiziert ist. Die Zwischenanalyse der klinischen Phase II/III-Studie umfasste 153 Teilnehmer im Alter von 16 bis 17 Jahren, wobei keine Sicherheitsbedenken festgestellt wurden. Obwohl die Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs in dieser Altersgruppe begrenzt sind, gibt es keine biologisch plausiblen Gründe dafür, dass sich die Sicherheits- und Wirksamkeitsprofile von denen unterscheiden, die bei Personen ab 18 Jahren beobachtet wurden.

Da der Impfstoff bislang nicht an Kindern untersucht wurde, ist er für Personen jünger als 16 Jahre nicht zugelassen.

Was ist rund um Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten?

Dürfen Schwangere geimpft werden?

Beobachtungsdaten deuten an, dass Schwangere trotz eines geringen absoluten Risikos ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer SARS-CoV-Infektion haben. Derzeit liegen jedoch noch keine Daten zur Sicherheit von Covid-19-Impfstoffen bei Schwangeren vor. Es laufen bereits Tierstudien zur Entwicklungs- und Reproduktionstoxizität, deren Ergebnisse in Kürze erwartet werden; Studien an Schwangeren sind geplant.

mRNA-Impfstoffe sind keine Lebendimpfstoffe. Die mRNA im Impfstoff wird durch normale zelluläre Prozesse schnell abgebaut und gelangt nicht in den Zellkern. Nach derzeitigem Kenntnisstand halten Experten es für unwahrscheinlich, dass mRNA-Impfstoffe ein Risiko für Schwangere oder ihr ungeborenes Kind darstellen.

Wenn Schwangere zu einer Gruppe gehören, für die eine Covid-19-Impfung empfohlen wird (zum Beispiel medizinisches Personal), können sie sich für eine Impfung entscheiden.

Bei der Entscheidungsfindung sollten Schwangere und die medizinischen Betreuer das Ausmaß der Übertragung von Covid-19 in der Gemeinschaft, das persönliche Risiko der Frau, sich mit Covid-19 zu infizieren, die Risiken von Covid-19 für die Schwangere und mögliche Risiken für den Fetus, die Wirksamkeit des Impfstoffs, die Nebenwirkungen des Impfstoffs und den Mangel an Daten über den Impfstoff während der Schwangerschaft berücksichtigen.

Schwangeren, die nach der Impfung Fieber entwickeln, kann zur Einnahme von Paracetamol geraten werden, da Fieber mit ungünstigen Schwangerschaftsergebnissen in Verbindung gebracht wurde. Paracetamol kann auch als Option für Schwangere angeboten werden, die andere Symptome nach der Impfung entwickeln.

Was ist mit Frauen, die eine Schwangerschaft planen?

Frauen, die versuchen, schwanger zu werden, müssen nach einer Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer keine besonderen Vorkehrungen treffen.

Können sich stillende Frauen impfen lassen?

Es gibt keine Daten zur Sicherheit von Covid-19-Impfstoffen bei stillenden Frauen oder zu den Auswirkungen von mRNA-Impfstoffen auf den gestillten Säugling. mRNA-Impfstoffe stellen vermutlich kein Risiko für den Säugling dar. Eine stillende Mutter, die zu einer Gruppe gehört, für die ein Covid-19-Impfstoff empfohlen wird, sollte sich für die Impfung entscheiden.

Können sich Allergiker impfen lassen?

Was ist mit Personen, die bereits einmal eine schwere allergische Reaktion erlebt haben?

Eine schwere allergische Reaktion (zum Beispiel Anaphylaxie) auf einen Bestandteil des Impfstoffs ist eine Kontraindikation für die Impfung, die in der Gebrauchsinformation aufgeführt ist. Als Hilfsstoffe sind aufgeführt:

  • ALC-0315 = (4-Hydroxybutyl)azandiyl)bis (Hexan-6,1-diyl)bis(2-hexyldecanoat)
  • ALC-0159 = 2-[(Polyethylenglykol)-2000]-N,N-ditetradecylacetamid
  • 2-Distearoyl-sn-glycero-3 phosphocholin
  • Cholesterol
  • Kaliumchlorid
  • Kaliumdihydrogenphosphat
  • Natriumchlorid
  • Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat
  • Saccharose
  • Wasser für Injektionen

Bei einer Untergruppe von Teilnehmern in den klinischen Studien der Phase II/III traten bei 0,63 Prozent der Teilnehmer in der geimpften Gruppe unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeit auf, bei denen es sich möglicherweise um allergische Reaktionen handelte (verglichen mit 0,51 Prozent in der Placebogruppe). Eine Anaphylaxie wurden im Studiensetting nicht beobachtet.

Es wurde jedoch bereits über anaphylaktische Reaktionen bei Personen außerhalb klinischer Studien berichtet. Während diese Berichte weiter untersucht werden, betrachtet die CDC eine Vorgeschichte einer schweren allergischen Reaktion wie Anaphylaxie auf einen anderen Impfstoff oder eine injizierbare Therapie (zum Beispiel intramuskulär, intravenös oder subkutan) als Vorsichtsmaßnahme, aber nicht als Kontraindikation für die Impfung.

Was sollte bei der Impfung von Personen mit Anaphylaxie-Risiko beachtet werden?

Bei Personen, die eine Anaphylaxie auf einen anderen Impfstoff oder eine injizierbare Therapie berichten, sollte eine Risikobewertung durchgeführt werden, um die Art der Reaktion und die Sicherheit der Informationen zu bestimmen. Diese Personen können trotzdem geimpft werden. Sie sollten jedoch über die unbekannten Risiken einer schweren allergischen Reaktion aufgeklärt werden, und es sollten die Risiken gegen den Nutzen der Impfung abgewogen werden.

Für den Fall, dass nach der Verabreichung des Covid-19 Impfstoffs eine akute anaphylaktische Reaktion auftritt, muss eine angemessene medizinische Behandlung sofort verfügbar sein. Impfstellen sollten Patienten mit einer Vorgeschichte von Anaphylaxie für 30 Minuten nach der Impfung beobachten. Alle anderen Personen sollten für 15 Minuten nach der Impfung beobachtet werden, um das Auftreten von unmittelbaren unerwünschten Reaktionen zu überwachen.

Was ist mit Personen mit leichten Allergien?

Eine in der Vorgeschichte aufgetretene leichte allergische Reaktion auf einen Impfstoff oder eine Injektionstherapie wie eine Urtikaria allein ohne Anzeichen oder Symptome einer Anaphylaxie, ist keine Kontraindikation. Darüber hinaus sind allergische Reaktionen (einschließlich schwerer allergischer Reaktionen), die nicht in Zusammenhang mit Impfstoffen oder injizierbaren Therapien stehen wie Nahrungsmittel-, Haustier-, Gift-, Umwelt- oder Latexallergien, orale Medikamente (einschließlich der oralen Äquivalente von injizierbaren Medikamenten), aus Sicht der CDC keine Kontraindikation für die Impfung mit dem Impfstoff.

Worauf sollte bei der Patientenberatung geachtet werden?

Wie wirksam ist der Impfstoff?

Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit des Covid-19 Impfstoffs BNT162b2 von Biontech und Pfizer nach zwei Dosen bei gesunden Erwachsenen 95,0 Prozent (95% CI: 90,3%, 97,6%) beträgt. Die Wirksamkeit des Impfstoffs nach einer Einzeldosis wird auf 52,4 Prozent (95 % KI: 29,5 %, 68,4 %) geschätzt; die Wirksamkeit nach einer Einzeldosis basierte jedoch auf wenigen Fällen und einer kurzen medianen Nachbeobachtungszeit. Daher sollten die Patienten darauf hingewiesen werden, wie wichtig es ist, die Zwei-Dosis-Serie abzuschließen, um den Schutz zu optimieren.

Mit welchen Nebenwirkungen müssen Impflinge rechnen – und wie lange halten sie an?

Vor der Impfung sollten die Ärzte die Empfänger des Impfstoffs über die zu erwartenden lokalen (zum Beispiel Schmerzen, Schwellung, Erythem an der Injektionsstelle) und systemischen Symptome (zum Beispiel Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Myalgie, Arthralgie) nach der Impfung beraten. Daten aus klinischen Studien der Phase II/III zeigen, dass 85 Prozent der geimpften Personen mindestens ein lokales Symptom an der Injektionsstelle und 77 Prozent mindestens ein systemisches Symptom nach der Impfung entwickelten.

Die meisten systemischen Symptome nach der Impfung sind leicht bis mittelschwer, treten innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung auf und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Auftreten ab. Diese Symptome sind häufiger und schwerer nach der zweiten Dosis und bei jüngeren Personen (im Alter von 18 bis 55 Jahren) im Vergleich zu älteren Personen (im Alter von >55 Jahren) aufgetreten.

Dürfen Fieber- und Schmerzmittel bei Nebenwirkungen eingenommen werden?

Fiebersenkende oder schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen können zur Behandlung von lokalen oder systemischen Symptomen nach der Impfung eingenommen werden, wenn dies medizinisch sinnvoll ist. Eine routinemäßige prophylaktische Verabreichung dieser Medikamente zur Vorbeugung von Symptomen nach der Impfung wird jedoch derzeit nicht empfohlen.

Wie werden Impfstoff-Nebenwirkungen gemeldet?

Unerwünschte Ereignisse, die bei einem Empfänger nach einer Covid-19-Impfung auftreten, sollten gemeldet werden. Impfanbieter sind verpflichtet, die folgenden Ereignisse zu melden, die nach einer Covid-19-Impfung im Rahmen einer Notfallzulassung auftreten:

  • Fehler bei der Verabreichung des Impfstoffs
  • schwerwiegende unerwünschte Ereignisse
  • Fälle von Multisystem-Entzündungssyndrom
  • Fälle von Covid-19, die zu einem Krankenhausaufenthalt oder zum Tod führen

Es wird empfohlen, alle anderen klinisch bedeutsamen unerwünschten Ereignisse zu melden, auch wenn nicht sicher ist, ob der Impfstoff das Ereignis verursacht hat.

Was muss ich nach der Impfung noch beachten?

Kann ich nach der Impfung auf die derzeit üblichen Schutzmaßnahmen verzichten?

Nein! Angesichts der derzeit begrenzten Informationen darüber, wie stark der Impfstoff die Übertragung in der Allgemeinbevölkerung reduzieren kann und wie lange der Schutz anhält, sollten geimpfte Personen weiterhin alle aktuellen Richtlinien befolgen, um sich und andere zu schützen.

Dazu gehört das Tragen einer Maske, Abstandhalten von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen, das Vermeiden von Menschenansammlungen, häufiges Händewaschen, das Befolgen der Reiserichtlinien, das Befolgen der Quarantäne-Richtlinien nach einer Exposition gegenüber einer Person mit Covid-19 und das Befolgen aller anwendbaren Richtlinien am Arbeitsplatz oder in der Schule, einschließlich der Richtlinien für die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung oder SARS-CoV-2-Tests.

Sind Besonderheiten bei der Interpretation von SARS-CoV-2-Testergebnissen bei geimpften Personen zu beachten?

Eine vorherige Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer hat keinen Einfluss auf die Ergebnisse von SARS-CoV-2-Virustests zum Nachweis einer akuten Infektion (PCR- oder Antigentests). Derzeit verfügbare Antikörpertests für SARS-CoV-2 basieren auf dem IgM- und/oder IgG-Nachweis für eines der zwei viralen Proteine Spike oder Nukleokapsid. Da der Biontech-Impfstoff mRNA enthält, die für das Spike-Protein kodiert, könnte ein positiver Test auf Spike-Protein-IgM/IgG entweder auf eine frühere Infektion oder eine Impfung hinweisen.

Um Hinweise auf eine frühere Infektion bei einer Person mit einer Impfung mit dem Biontech-Impfstoff in der Vorgeschichte zu ermitteln, sollte ein Test verwendet werden, der auf dem Nachweis von IgM/IgG-Antikörpern gegen das Nukleokapsid-Protein beruht.

Ein Antikörpertest wird derzeit nicht empfohlen, um die Immunität gegen Covid-19 nach einer Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff zu überprüfen.

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