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Nebenwirkungen
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Orale Tumortherapie sicher begleiten

Eine orale Krebsmedikation gibt den Patienten viel mehr Flexibilität, bedeutet aber auch mehr Verantwortung im Umgang mit der Therapie. Hier kann die Apotheke zum Sicherheitsanker werden: durch frühzeitige Beratung, strukturierte Begleitung und das rechtzeitige Erkennen von Warnsignalen.
AutorKontaktOliver Scherf-Clavel
Datum 10.05.2026  08:00 Uhr

Digitale Unterstützung für die Beratung

Für die Beratung zu oralen Tumortherapeutika stehen mehrere spezialisierte Informationsquellen zur Verfügung, die Apotheker bei der Einordnung von Nebenwirkungen und Interaktionen unterstützen.

Die Onkologika-Datenbank der European Society of Oncology Pharmacy (ESOP) und der Deutschen Gesellschaft für Onkologische Pharmazie liefert pharmakologische Informationen zu onkologischen Wirkstoffen und zur Begleittherapie sowie Übersichten zu Nebenwirkungen und Dosierungsschemata; zudem ermöglicht sie die Erstellung patientenindividueller Medikationspläne.

Die Datensammlung des AMBORA-Projekts stellt praxisorientierte Merkblätter zum Management häufiger Nebenwirkungen sowie Informationen zu Interaktionen mit OTC-Präparaten, Phytotherapeutika und Nahrungsergänzungsmitteln bereit.

Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie bieten evidenzbasierte Informationen zu Therapiestrategien und Nebenwirkungen.

Ergänzend stellt der Krebsinformationsdienst verständliche Informationen für Patienten bereit, die sich gut in Beratungsgesprächen einsetzen lassen.

Die S3-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften enthält umfassende evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention und Behandlung therapiebedingter Nebenwirkungen.

Fazit

Mit der wachsenden Zahl zielgerichteter Substanzen nimmt auch die Bedeutung ambulanter und oral verabreichter Tumortherapien kontinuierlich zu. Mit der Verlagerung der Therapie in den häuslichen Bereich steigen die Anforderungen an das Nebenwirkungsmanagement, die Interaktionsprüfung und die Therapietreue. Diese wichtige Rolle können und müssen Apotheker übernehmen. Durch strukturierte Beratung, frühzeitiges Erfassen von Warnzeichen und systematische Überprüfung der Begleitmedikation lassen sich viele Probleme im Alltag der Patienten frühzeitig erkennen.

Die pDL »Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie« bietet hierfür einen geeigneten Rahmen. Leider wissen immer noch viele Patienten und selbst Ärzte nicht, dass diese pDL existiert – ja, sogar ein Anspruch darauf besteht. Apothekenteams sollten Menschen mit oraler Tumortherapie aktiv darauf ansprechen und die pDL anbieten. Da die zielgerichteten Medikamente, insbesondere bei Erstverordnungen, in der Regel bestellt werden müssen, eröffnet sich hier ein organisatorisches Zeitfenster für die Vorbereitung auf das Erstgespräch.

In Kombination mit evidenzbasierten Leitlinien zur supportiven Therapie und spezialisierten Informationsressourcen kann die Beratung dazu beitragen, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu verbessern, und Patienten langfristig in ihrer Therapie unterstützen. Damit wird die Apotheke zu einem Sicherheitsanker in der interdisziplinären Betreuung onkologischer Patienten im ambulanten Setting.

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