Leichte und mittelstarke Migräneattacken sollten laut Leitlinie zunächst mit klassischen Analgetika behandelt werden. Sie wirken auch bei einem Teil der Patienten mit schweren Attacken. In der Selbstmedikation stehen Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol und Phenazon sowie Kombinationen daraus – mit und ohne Coffein – zur Verfügung (Kasten).
Am besten belegt ist demnach die Wirkung von ASS und Ibuprofen. Neben dem Wirkstoff selbst spielt auch die Arzneiform eine wichtige Rolle. Bevorzugt sollten schnell freisetzende Zubereitungsformen gewählt werden. Nicht angewendet werden dürfen Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) unter anderem bei Patienten mit gastrointestinalen Blutungen oder Bronchospasmen nach NSAR-Einnahme in der Vorgeschichte.
Um das Risiko für einen analgetikainduzierten Kopfschmerz zu reduzieren, sollten Triptane und Kombinationsanalgetika nicht häufiger als an 10 Tagen pro Monat und Monoanalgetika nicht häufiger als 15 Tage im Monat angewendet werden.
Wer unter häufigen Migräneattacken leidet, möchte diesen möglichst vorbeugen. Dazu kann es sinnvoll sein, ein Migränetagebuch zu führen, um seine individuellen Auslöser zu identifizieren. Eine blutzuckerstabile Ernährung, regelmäßige Schlafzeiten und/oder Entspannungsverfahren können möglicherweise helfen, das Risiko für eine Attacke zu vermindern. Auch Ausdauer- und Kraftsport können empfohlen werden; sie sind laut Leitlinie in der Prophylaxe ebenfalls wirksam. Versucht werden können außerdem Magnesium (etwa Magnesium Verla®) oder Magnesium in Kombination mit Vitamin B2 plus Coenzym Q10 (etwa Migravent®). Allerdings ist hier die Evidenzlage begrenzt. Traditionell angewendet wird außerdem Mutterkraut (Tanacetum parthenium, etwa Mutterkraut Heumann 200 mg).