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Forschung
Mehr als 30 neue Medikamente für 2020 erwartet

Krebsmittel für häufige und seltene Tumoren

Wie in den vergangenen Jahren wird ein Schwerpunkt wieder auf neuen Krebsmedikamenten liegen. Der vfa schätzt, dass ein Viertel der potenziellen Neuzugänge in dieses große Indikationsgebiet fällt. Hier liege der Fokus wiederum auf seltenen Krebsarten wie akuter myeloischer Leukämie (AML), Myelofibrose oder Multiplem Myelom.

»Dass auch gegen diese seltenen Tumorarten Medikamente entwickelt werden, ist nicht zuletzt der Orphan-Drug-Verordnung der EU zu verdanken«, erklärt der vfa-Chef. Der Verband macht aber auch Hoffnung auf neue Therapiemöglichkeiten für häufige Krebserkrankungen wie Brust-, Prostata- und Magenkrebs sowie das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom. Außerdem könnte nach Larotrectinib (Vitrakvi®)  das zweite organübergreifend einsetzbare Krebsmedikament die Zulassung für jegliche Tumore erhalten, die eine bestimmte Genmutation aufweisen: Entrectinib (Rozyltrek®).

Der vfa geht zudem davon aus, dass bis Ende 2020 zwei neue Gentherapien auf den Markt kommen: das derzeit aufgrund seiner Therapiekosten von 2 Millionen Dollar umstrittene Onasemnogen Abeparvovec (Zolgensma™) und Zynteglo®. Ersteres ist indiziert bei spinaler Muskelatrophie; letzteres enthält genmanipulierte patienteneigene hämatopoetische Stammzellen, denen ex vivo ein modifiziertes β-Globulin-Gen eingepflanzt wurde. Es wird bei Beta-Thalassämie eingesetzt. Bei beiden Erkrankungen handelt es sich um selten auftretende Erbkrankheiten. 

Erklärungsbedarf in der Apotheke

Medikamente mit neuen Wirkmechanismen könnte es für die Indikationen Osteoporose, schwere Depression und stark erhöhte Cholesterinspiegel geben. Romosozumab (Evenity®) ist ein monoklonaler Antikörper, der bei postmenopausalen Frauen mit schwerer Osteoporose und hohem Frakturrisiko zum Einsatz kommen wird. Die Handhabung des subkutan zu verabreichenden Medikaments ist wie bei allen Biologika erklärungsbedürftig. Das Esketamin-haltige Nasenspray Spravato® soll zwar von Patienten mit schweren Depressionen selbst angewendet werden, aber nur unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal, zum einen aufgrund des Missbrauchspotenzials, zum anderen wegen der kurzfristig blutdrucksteigernden Wirkung. Als neuartiger Cholesterinsenker steht Bempedoinsäure in den Startlöchern.

Kurz vor der Marktreife sind zudem neue Medikamente gegen Thrombozytopenie (Blutplättchen-Mangel), idiopathische thrombozytopenische Purpura (autoimmune Zerstörung von Blutplättchen) sowie ein neues Präparat zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen bei Nierentransplantationen.

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