| Alexandra Amanatidou |
| 23.09.2026 16:20 Uhr |
Mit Blick auf die bis Ende des Jahres geplanten Reformen kündigte der Gesundheitsminister in seiner Rede an, »Politik für Menschen« machen zu wollen. »Die beste Gesundheitspolitik lässt Krankheiten gar nicht erst entstehen«, sagte er mit Blick auf mehr Prävention.
Gesundheit sei ein Stück Freiheit. Außerdem gebe es kein anderes System, das so entscheidend für den Zusammenhalt des Landes sei. Auch Menschen, die Angehörige pflegen, seien »Alltagshelden« und würden helfen, das System zu tragen.
Er betonte, dass er keine »Rentenkürzungen für pflegende Angehörige« erleben möchte. Zur Pflegereform, die kommenden Mittwoch ins Kabinett gebracht wird, sagte er, dass er eine Kommission einberufen wolle, um Vorschläge zu erarbeiten, wie das System für die 30er Jahre zukunftsfest gemacht werden könne. Zur Finanzierung der Pflegeversicherung sagte Linnemann, dass »einige hundert Millionen fehlen« werden. »Dieses Beispiel zeigt, dass die Pflegeversicherung nicht auf Zukunft eingestellt ist. Deswegen brauchen wir diese Kommission.«
»Besorgniseregend« sei die aktuelle Situation mit den langen Wartezeiten für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und die Fälle würden zunehmen. »Wir müssen über das Präventionsthema viel stärker reden«, so Linnemann.
Zum Krankenkassen-Skandal, bei dem laut Medienrecherchen mehrere Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen insgesamt circa 400 Millionen Euro durch umstrittene Investments verloren haben, sagte Linnemann: »Ich nehme nicht nur wahr, was passiert ist, sondern hake auch stark nach.«
Auch das Thema Hitze wurde angesprochen: »Wir wollen Maßnahmen treffen, dass es in den nächsten Jahren besser wird«, so Linnemann. Weiteres sagte er nicht dazu.
Nicht nur Linnemann, sondern auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) musste sich den Fragen der Abgeordneten stellen. Dabei ging es um die aktuelle Sicherheitslage und Bedrohungen durch Russland.